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Gedanken zwischen Himmel und Erde


Dezember: Archiv-Übersicht der Einträge


Mittwoch, 31. Dezember

Das Beste zu Sylvester in letzter Minute


Ich erblickte das Licht der Welt am 31.12. in der Morgenfrühe. An dieses Ereignis kann ich mich natürlich nicht mehr erinneren, aber laut Aussage meiner Eltern und meiner Großeltern, soll ich ein fröhliches, lebhaftes, blondgelocktes kleines Mädchen gewesen sein, das neugierig auf die Welt war und ist.

Mein Vater war Lehrer und Schulleiter und mit meiner Mutter zusammen waren sie sehr beschäftigt dieses Amt und die Aufgaben, die viel privaten Einsatz damals forderten, auszufüllen und zu bewältigen. Das gab mir wunderbar die Gelegenheit unbemerkt groß zu werden und meine Erlebnisse in Wald und Flur zu genießen. Von diesen Entdeckungen, die mir wie kleine Wunder schienen in der Natur, habe ich noch viel zu erzählen.

Nun aber zurück zu Sylvester. Jahre später erhielt ich ein besonderes Geburtstagsgeschenk, denn auch unser Sohn wurde an Sylvester am 31.12. geboren. Kurz vor 24 Uhr, noch im alten Jahr kam er um 22 Uhr 45 zur Welt. Als wir beide uns etwas von der Anstrengung erholt hatten, die so ein wunderbares Ereignis begleitet, wurden wir frischgemacht, und die Schwester schob mich im Rollbett mit dem kleinen Bündel im Arm, ich überglücklich, ich hoffe, unser Sohn auch, in den Flur an die großen Fensterscheiben. Dort konnten wir das Sylvesterfeuerwerk anschauen und bewundern, das sehr schön zu sehen war, durch die großen Flurfenster. Es waren unglaublich schöne Momente und eine halbe Stunde später sind wir beide glücklich in unserem Zimmer eingeschlafen.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 31.12.03|08:03 AM GMT+1 [Eintrag]


Montag, 29. Dezember

Apfel-Leckerei für Marzipanfreunde


Apfeldessert mit
Marzipanstreuseln

4 mittelgroße Äpfel
Saft einer Zitrone
1 Zimstange
2 Eßl Zucker
125 g Marzipanrohmasse
3 Eßl Mehl Type 1050
2 Eßl kalte Butter
1 Prise Vanillezucker
1 Prise Zimt

Und so wirds gemacht:

Äpfel schälen, entkernen und achteln. In Zitronenwasser mit der Zimtstange wenige Minuten bissfest garen. Abgießen und in eine flache, ausgefettete Auflaufform legen. Mit Zucker bestreuen. Marzipanrohmasse, Mehl, Butter, Vanillezucker und Zimt miteinander verkneten, über die Äpfel "streuseln".
Im vorgeheizten Backofen bei 220 Grad ca. 10 Minuten überbacken und heiß servieren.

Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber es hört sich sehr, sehr lecker an und ist auch schnell zubereitet.
Ich behalte es im Auge, wenn ich mal jemanden ganz besonders verwöhnen möchte!
Wenn Ihr Eurer Liebsten, Eurem liebsten Schatz eine Freude bereiten möchtet, wie heißt es doch so schön: "Liebe geht durch den Magen", hier vielleicht eine kleine Anregung dafür!
Viel Freude beim Ausprobieren!

Dietlinde Heider

Dietlinde am 29.12.03|09:01 AM GMT+1 [Eintrag]


Samstag, 27. Dezember

Die Überraschungen gehen weiter


Am darauffolgenden Weihnachtsfest gab es wieder ein große Freude. Aus einem Paket für mich, kam ein "Puppenofen" zum Kochen zum Vorschein. Die Überraschung war perfekt! Ich erinnere mich auch noch, dass ich mit meinen Freundinnen, Gerlinde und Sieglinde, wir waren drei "Linden" in unserem Ort, fast gleich alt, oft Haferflocken und Milch mit Zucker und Kakao, darauf kochten.

Und der Freuden noch nicht genug, kam ein kleines aus Peddigrohr geflochtenes Babykörbchen mit zwei Griffen, das mein Vater hergestellt hatte, aus einem Paket zum Vorschein. Meine liebe Oma hatte dieses Körbchen mit entzückendem Bettzeug ausgestattet, das sie wieder selbst angefertigt hatte. Dort hinein kam meine heissgeliebte Babypuppe Rapunzel.

An sie habe ich ganz liebevolle Erinnerungen und auch ein paar schmerzliche, denn sie hatte einen Hummel-Porzellankopf ohne Haare und ein ganz liebes Gesichtchen. Es war einfach nicht zu vermeiden, dass mir dieses Püppchen auch einmal aus der Hand glitt und schon gab es Scherben. Immer wieder wurde dann das Köpfchen von Rapunzel geklebt und ich konnte dann weiter mit ihr spielen, bis zu dem Tag, an dem meine Mutti meinte, Rapunzel müsse einen neuen Kopf bekommen und zwar aus "Schildkröt". Ich könnte mir weiter nichts darunter vorstellen und willigte ein. Da war dann die Trauer gross, als mich nach einigen Wochen, sie wurde eingeschickt zu einem "Puppendoktor", ein ganz fremdes Baby anschaute mit einem viel kleineren glatten Köpfchen. Kein Lächeln lag mehr auf seinem Gesichtchen und eigentlich war es nie mehr mein Baby Rapunzel. Da spürte ich zum ersten Mal einen tiefen Verlust und merkte, dass auch Puppen, bzw. Puppenköpfe nicht beliebig austauschbar sind, sondern, dass Puppen kleine Spiel-Wesen für Kinder sind und ganz charakteristische Eigenschaften haben, die man als Kind liebt.

Dietlinde Heider

Dietlinde am 27.12.03|03:21 PM GMT+1 [Eintrag]


Freitag, 26. Dezember

Die Verwandlung


Mir ist noch etwas Wichtiges zur Ergänzung meiner Puppenstube eingefallen. Eine Erinnerung löst eine andere aus und zwar geschieht dies manchmal wie in Zeitlupe und ergänzende Mosaiksteinchen kommen dazu. Ein anderes Mal taucht aber auch die Erinnerung ganz plötzlich aus der Versenkung hervor.

Das Wohn- und Schlafzimmer meiner Puppenstube war am darauffolgenden Weihnachtsfest vollkommen umgestaltet. Neue Tapeten, neue Vorhänge, neue Kopfkissen- und Bettbezüge. Alles in zartem rosée gehalten. Es lag ein Patchwork-Teppich vor den Betten. Sogar zwei kleine Blumenbilder hingen an der Wand. Sie war unglaublich zauberhaft, meine Puppenstube und für mich entstand damals wirklich der Eindruck, das Christkind könne zaubern.

Heute strahlt diese Erinnerung die innige Liebe meiner Großmutter aus, die sie mir vorbehaltlos schenkte, und die ich auch noch immerwährend spüre. Die Puppenstube und ihre "Verwandlung" in meiner Erinnerung festzuhalten, indem ich sie aufschreibe, bereitet mir besondere Freude.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 26.12.03|04:15 PM GMT+1 [Eintrag]


Erfüllte Wünsche


Fortsetzung von "Weihnachtsfreuden"

Ich hatte mir sehnlichst eine Puppenstube gewünscht und hoffte ganz fest darauf, dass sie in dem langen verschnürten Paket sei, und tatsächlich schälte sich eine Puppenstube mit 2 Zimmern aus diesem schon ins Auge gefassten Paket heraus. Meine Überraschung und Bewunderung über die Schönheit der Ausstattung der beiden Räume war perfekt. Ich war ziemlich sprachlos! Ich sah Vorhänge mit Rüschen an den Fenstern, die in jedem Zimmer unterschiedlich waren. Im Schlafzimmer liebevoll ausgesuchte Kopfkisschen und Bezüge auf den Betten. Es gab sogar eine Bettdecke mit Volant. Die Wände waren tapeziert und ein kleiner Teppich lag vor den Betten. Ich war entzückt! So schön hatte ich es mir nicht einmal in meinen Träumen ausdenken können.

Das Wohnzimmer war wunderschön mit kleinen Puppenmöbeln eingerichtet. Die größte Freude hatte ich an einem Polsterstuhl mit einem Kornblumen-Mohnbezug, der mitten im Puppenstubenwohnzimmer stand. Eigentlich war er etwas zu gross geraten im Verhältnis zu den anderen Puppenmöbeln, aber das störte mich überhaupt nicht. Im Gegenteil, dieses Blumenmuster, das ihn schmückte, schenkt mir heute immer noch die Erinnerung an ihn.

Meine liebe Oma hatte all die Kisschen, Bezüge und Vorhänge selbst für mich genäht. Sie hatte so hübsche Stoffe ausgesucht, dass ich wirklich selig war mit meiner Puppenstube.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 26.12.03|10:07 AM GMT+1 [Eintrag]


Donnerstag, 25. Dezember

Weihnachtsfreuden


Fortsetzung von "Warten auf das Christkind"

Die Wohnzimmertür stand offen. Mein erster Blick fiel auf den Christbaum, immer eine sehr grosse Tanne, wunderschön geschmückt mit Strohsternen, die mein Vater gebastelt hatte und mit roten und silbernen Kugeln behängt, erstrahlte er im Kerzenlicht. Früher hatte man diese Kerzenhalter "zum an den Baum Knipsen" und echte rote Wachskerzen waren es damals.

Unter dem Christbaum lagen Päckchen. Mein Blick spazierte sofort zu einem großen länglichen Paket, das gut verschnürt war und es galt noch zu warten, bis die Geschenke an die Reihe kamen zum Auspacken.

Ich spielte zu dieser Zeit schon Klavier und begann nun die Weihnachtslieder vorzutragen, die ich gerne hatte. "Stille Nacht", mein Lieblingslied und "Kommet ihr Hirten" und natürlich "Leise rieselt der Schnee". Jedes Jahr kamen noch ein paar schwerer zu spielende Stücke dazu. Meine Eltern, Oma und Opa sangen mit und diese Klänge schufen immer einen wundervollen Einstieg für unseren schönen Weihnachtsabend.

Mein Vater las das Weihnachtsevangelium vor. Meist sagte ich dann noch ein Gedicht auf "Denkt euch ich habe das Christkind gesehn". Alle waren freudig gestimmt. Mein Vater klatschte in die Hände mit den Worten:"Nun wollen wir einmal sehen, was das Christkind gebracht hat."

Dietlinde Heider
Dietlinde am 25.12.03|09:00 AM GMT+1 [Eintrag]


Mittwoch, 24. Dezember

Warten auf das Christkind


Als ich darüber nachdachte, was besonders schön war in meiner Kindheit, bevor das Christkind kam, fiel mir das Ritual ein, das immer bei uns zu Hause ablief am hl. Abend. Es war das "Warten auf das Christkind".

Nachdem ich mich schön angezogen hatte für den Christabend, ein dunkelrotes Samtröckchen, dazu ein weisses Blüschen, frisierte ich meinen Pferdeschwanz neu und band eine schöne dunkelrote Samtschleife darum. Schnell lief ich die Treppen nach oben hinauf in das Küchenstübchen meiner Grosseltern, die schon auf mich warteten. Meine Eltern waren in der Zwischenzeit im Wohnzimmer verschwunden, das verschlossen war. Nun galt es für meine Grossmutter meine Ungeduld mit Geschichten aus ihrer Kindheit, wie sie damals auf das Christkind wartete, etwas zu zügeln. Es gelang ihr nur schwerlich. Ausserdem stellte ich immer wieder Spekulationen darüber an, ob meine Wünsche wohl in Erfüllung gehen würden, und versuchte Oma zu Äusserungen zu verführen, die einen klitzekleinen Hinweis geben könnten darauf. Aber meine Grossmutter war vorsichtig und verriet nie etwas, obwohl sie an den Geschenken, die das Christkind brachte, ganz speziell beteiligt war.

Dieses halbe Stündchen vor der Bescherung war so schön und spannend. Ich spüre die Freude der Erwartung und das Geborgensein bei meinen Grosseltern noch so deutlich und diese Vorfreude war fast noch spannender und schöner, als die Erfüllung meiner Wünsche. Zwischendurch spitzte ich immer schon mal meine Ohren, um endlich das ersehnte Zeichen für die Bescherung zu hören. Da, endlich ertönte das Klingeln des Glöckchens. Das Christkind war dagewesen! Ich lief so schnell ich konnte die Treppe hinunter.

Dietlinde Heider

Dietlinde am 24.12.03|09:26 AM GMT+1 [Eintrag]


Dienstag, 23. Dezember

Fortsetzung der Geschichte des Briefes an die "Sun"


36 Jahre nachdem ihr Brief in der Zeitung erschien, erzählte Virginia O'Hanlon, wie es dazu gekommen war:

Natürlich glaubte ich an den Weihnachtsmann, er hatte mich ja noch nie enttäuscht. Als aber weniger glückliche kleine Jungen und Mädchen sagten, es gäbe keinen Weihnachtsmann, wuchsen Zweifel in mir. Ich fragte meinen Vater, und er war bei diesem Thema etwas ausweichend.
Es war in unserer Familie üblich, bei Unsicherheiten bezüglich der Aussprache eines Wortes oder bei Zweifeln an historischen Fakten an die "Frage und Antwort" - Kolumne der Sun zu schreiben. Vater sagte immer: "Wenn es in der Sun steht, stimmt es auch" - und das beendete jeden Disput.
"Nun ich werde einfach an die Sun schreiben und die echte Wahrheit herausfinden", sagte ich zu Vater. Er antwortete: "Leg los, Virginia. Ich bin sicher, die Sun wird Dir die richtige Antwort geben, wie sie es immer tut."

So kam es, dass das kleine Mädchen diesen Brief abschickte. Er wurde an den Redaktor Francis Church weitergeleitet. Dieser hatte bereits 20 Dienstjahre bei der New York Sun hinter sich. Er war der Sohn eines Baptisten-Pastors und hatte als Motto: Strebe danach, Deinen Geist frei von Scheinheiligkeit und Heuchelei zu halten.
Wenn im Kommentar kontroverse Themen anzupacken waren, besonders solche theologischer Art, wurde normalerweise Church mit dieser Aufgabe betraut. Nun hielt er den Brief eines kleinen Mädchens in der Hand und wusste sofort, dass es keinen Weg gab, die Frage zu umgehen. Er musste wahrheitsgemäss antworten und schrieb einen der bemerkenswertesten Kommentare der Zeitungsgeschichte.

Virginia wurde Lehrerin, später Rektorin einer städtischen New Yorker Schule. Während ihres ganzen Lebens erhielt sie ständig Post wegen ihres Weihnachtsmann-Briefes.
Sie starb am 13. Mai 1971 im Alter von 81 Jahren.

Mein besonderer Dank für die Zustimmung zur Veröffentlichung auf meiner web-page gilt
Inge Böll aus Basel, die mir freundlicherweise den 2. Teil des Briefes an die "sun" per e-mail zugesandt hat.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 23.12.03|10:32 AM GMT+1 [Eintrag]


Montag, 22. Dezember

Eine der wohl besten Antworten auf eine immer wieder gestellte Frage


New York - Die achtjährige Virginia O'Hanlon aus New York wollte es ganz genau wissen. Darum schrieb sie an die Tageszeitung „Sun" einen Brief:

„Ich bin acht Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der ,Sun' steht, ist immer wahr. Bitte, sagen Sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?"

Virginia O'Hanlon

Die Sache war dem Chefredakteur so wichtig, dass er seinen erfahrensten Kolumnisten, Francis P. Church, beauftragte, eine Antwort zu entwerfen - für die Titelseite der „Sun".

„Virginia, deine kleinen Freunde haben nicht Recht. Sie glauben nur, was sie sehen; sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt.
Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen.
Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie die Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein.
Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie - gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen.
Es gibt einen Weihnachtsmann, sonst könntest du auch den Märchen nicht glauben. Gewiss, du könntest deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht - was würde das beweisen?
Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie.
All die Wunder zu denken - geschweige denn sie zu sehen -, das vermag nicht der Klügste auf der Welt.
Was du auch siehst, du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal die Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein. ,Ist das denn auch wahr?' kannst du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger.
Der Weihnachtsmann lebt, und ewig wird er leben. Sogar in zehn mal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.

Frohe Weihnacht, Virginia.

Dein Francis Church."

PS: Der Briefwechsel zwischen Virginia O'Hanlon und Francis P. Church stammt aus dem Jahr 1897. Er wurde über ein halbes Jahrhundert - bis zur Einstellung der „Sun" 1950 - alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit auf der Titelseite der Zeitung abgedruckt.


Dietlinde am 22.12.03|10:30 AM GMT+1 [Eintrag]


Sonntag, 21. Dezember

Wintermärchen am 4. Advent


Ich erinnere mich an einen Ausflug in den Taunus an einem Adventssonntag mit unseren beiden Kindern Silke und Jens. Wir hatten die Schlitten mitgenommen und genossen die Schlittenfahrt am Feldberg. Schnell verging die Zeit. Die Sonne tauchte langsam, glutrot hinter einem Wolkenmeer unter, denn wir standen über den Wolken. Das Rot verschmolz im Nebel und färbte ihn rosé und gleich war es dunkel geworden.

Wir mussten durch ein Waldstück gehen, um zum Parkplatz zu gelangen, auf dem unser Auto auf uns wartete. Die Tannen waren vom Schnee bezuckert und der verschneite Wald glich einem Wintermärchen. Beide Kinder saßen am Schlitten. Wir zogen sie durch den Winterwald, als wir plötzlich Kinderstimmen Weihnachtslieder singen hörten. Vollkommen überrascht von den weihnachtlichen Klängen blieben wir stehen und schauten in die Richtung aus der die Lieder kamen. Wir trauten unseren Augen kaum. Mitten im Wald hatte sich eine Gruppe Schüler zusammengefunden, hatten rings um die Tannenbäume Lichter gesteckt, und von einer Gitarre und einer Mandoline begleitet, sangen die Kinder Weihnachtslieder. Ich glaube, es war das unverhoffte Geschenk, diese Überraschung, dieses Erleben in der märchenhaften Winterlandschaft, die uns verzauberte und Staunen ließ. Was für eine wundervolle Idee dieser Singgruppe, in dieser Weise einen Adventssonntag zu feiern. An vielen Weihnachtsfeiern habe ich teilgenommen, aber keiner dieser Abende hat mich so tief berührt, wie dieses Wintermärchenerlebnis im Taunus.

Dietlinde Heider

Dietlinde am 21.12.03|09:42 AM GMT+1 [Eintrag]


Samstag, 20. Dezember

Vier Kerzen


Eine Geschichte, die Mut machen soll, an das Gute im Menschen zu glauben. Immer kann es eine positive Wende im Leben eines Menschen geben. Er vermag anfänglich schwierigen Geschehnissen nun einen positiven Sinn zu geben. Es tut sich eine Tür auf, ein neuer Weg scheint begehbar zu werden. Ein Lichtstrahl erhellt die Finsternis.

Vier Kerzen
Sie brannten auf einem Adventskranz und unterhielten sich leise. Die erste Kerze flüsterte: "Ich heiße Frieden. Es herrscht Zwist und Bosheit in der Welt. Kriege werden angezettelt. Unschuldige Menschen müssen sterben", und traurig verlöschte sie.

Die zweite Kerze raunte: "Ich heiße Glauben. Wer glaubt heute noch. Für wen ist die Botschaft Gottes wichtig? Wer hält noch unbeirrt am Glauben fest? Viele zweifeln, vergessen ihn", und traurig verlöschte sie.

Die dritte Kerze sagte leise: "Ich heiße Liebe. Wer lebt heute noch die Liebe, wer spürt, daß sie wichtig ist. Jeder denkt nur noch an sich selbst. Der Nächste ist weit entfernt. Nächstenliebe ist ein Fremdwort", und traurig verlöschte auch sie.

Nun brannte nur noch eine Kerze, die vierte. Ein Kind kam in das Zimmer, und sah diese einzige Kerze brennen. "Sie sollen doch alle brennen", rief es aus.

Die vierte Kerze flüsterte leise: "So lange ich brenne, können die anderen drei Kerzen wieder angezündet werden, denn ich heiße Hoffnung".

Dietlinde Heider
Dietlinde am 20.12.03|09:06 AM GMT+1 [Eintrag]


Freitag, 19. Dezember

Mohnküßchen, der Name ist Verheißung


Zutaten:

6 Eiweiß
30 g Speisestärke
100 g Zucker
150 g gemahlene Mandeln
150 g Puderzucker,
100 g Mohnsamen
150 g Konfitüre
(zum Beispiel Himbeeren oder mein bevorzugter Johannisbeergelee)

Zubereitung:

Die Eiweiße steifschlagen. Dabei den Zucker und die Stärke einrieseln lassen und weiter schlagen, bis der Eischnee schnittfest und glänzend ist. Den Backofen auf 160 Grad vorheizen. Mandeln, Puderzucker und etwa 9/10 des Mohnsamens mischen und behutsam unter den Eischnee ziehen. Die Masse in einen Spritzbeutel füllen und damit etwa 3 cm große Tupfer auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen. Die Tupfer mit dem übriggebliebenen Mohnsamen bestreuen. Auf der mittleren Schiene im Ofen 15 Minuten backen. Dabei einen Kochlöffel in die Ofentür stecken, um die Feuchtigkeit entweichen zu lassen. Die gebackenen Schäumchen auf ein Gitter legen und 2 Tage lang trocknen lassen. Die Konfitüre leicht erwärmen lassen und die flachen Seiten der Schäumchen damit bestreichen. Je zwei zusammenfügen. Luftdicht aufbewahren.

Wer möchte diese Küßchen nicht einmal ausprobieren!

Dietlinde Heider
Dietlinde am 19.12.03|09:23 AM GMT+1 [Eintrag]


Donnerstag, 18. Dezember

Süßer die Plätzchen nie schmecken...


Die Düfte, die uns vom Plätzchenbacken umgeben, kündigen Weihnachten schon an. Ein Duft von Anis, Vanille, Nelken und Zimt liegt in der Luft. Sie gehören einfach zum Christfest dazu, die süßen Leckereien!

Allerdings haben historisch gesehen unsere Plätzchen anfänglich recht wenig mit dem heiligen Abend zu tun. Die Ägypter waren diejenigen, die zuerst auf den Geschmack von Süßigkeiten dieser Art kamen. In ältesten Schriften schwärmten sie von Honigspeisen, lange bevor Europa in den Genuß dieser Gaumenfreuden kam. Hierzulande kannte man Süßigkeiten nur als Medizin. Die Apotheker des 13. Jahrhunderts kochten ihre Heilkräuter und Gewürze mit geschmolzenem Zucker ein und versüßten somit den bitteren Geschmack mancher Medizin. "Konfekt" nannte man damals diese Zubereitung.

Die Italiener verfeinerten schließlich diese Kunst. Auf Handelswegen gelangten diese süßen Waren dann zu uns. Anno 1368 ist die erste Zuckerbäckerei in Augsburg erwähnt, was alte Schriften dokumentieren.

Von Generation zu Generation werden zahlreiche Rezepte vererbt, modernisiert, neue Kreationen kommen hinzu, sie werden variiert, verfeinert, mit Rezepten anderer Kulturen vermischt, doch immer noch gilt die alte Weisheit der Zuckerbäcker: "Wer will gute Plätzchen backen, der muß haben sieben Sachen..." wie z.B. bei den "Mohnküsschen", dessen Rezept ich morgen verrate.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 18.12.03|09:41 AM GMT+1 [Eintrag]


Dienstag, 16. Dezember

Süßer Adventskalender 2. Teil


Auch die Weiterentwicklung des Adventskalenders aus seinen Anfängen heraus, ist sehr interessant, und ich hoffe, Ihr habt Freude an der Geschichte des Adventskalenders.

Als Erfinder des gedruckten Adventskalenders gilt Gerhard Lang, der einer schwäbischen Pastorenfamilie entstammte. Um ihm das Warten auf das Christkind etwas zu versüßen hat seine Mutter ihm einen Adventskalender gebastelt aus 24 nummerierten Schächtelchen, in das sie jeweils ein "Wibele" legte. Wibele ist eine schwäbische Biskuit-Spezialität, die in Langenburg ursprünglich 1763 kreiert wurde von dem Bäcker Wibele und nach ihm benannt ist.

Diese Idee seiner Mutter soll Gerhard Lang dann dazu animiert haben, das Herstellen eines Adventskalenders weiter zu verfolgen. Er wurde später ein Mitbegründer der Münchner Lithographischen Kunstanstalt und dort wurde 1904 der erste gedruckte Adventskalender hergestellt. Er hatte noch keine Fensterchen und Türen zum Öffnen, sonder bestand aus zwei gleich groß gedruckten Bögen. Einer der Bögen war mit christlichen Sinnsprüchen bedruckt, während der andere religiöse Bildmotive enthielt. Jeden Tag wurde ein Bildmotiv herausgeschnitten und auf den zugehörigen Sinnspruch geklebt.

Die ersten gedruckten Adventskalender mit Fensterchen und Türchen zum Öffnen gab es Anfang der 20er-Jahre. Bedingt durch die Papierknappheit in den Kriegsjahren setzte sich der Adventskalender erst so richtig nach 1946 durch. Der Verlag Richard Sellmer produzierte ihn. Bis heute verschickt diese Firma ihre Exemplare in die ganze Welt.

Mitte der 60er-Jahre kamen die schokoladengefüllten Adventskalender auf und heute sind kunsthandwerkliche und virtuelle Adventskalender modern. Auch die Weiterentwicklung des Adventskalenders bis zum heutigen Tag, die in die virtuelle Welt mündet, ist interessant, und ich verfolge sie mit grossem Vergnügen.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 16.12.03|08:39 AM GMT+1 [Eintrag]


Montag, 15. Dezember

Adventskalender 1. Teil


Die Freude an Adventskalendern ist schon in meiner Kindheit begründet. Ich erinner mich, dass ich ein Adventshaus hatte, in Form einer Kirche, deren Fenster an jedem Tag im Advent durch ein Türchen zu öffnen waren. An den Sonntagen im Advent durfte ich unter Aufsicht eine Kerze in diese Kirche stellen, sie anzünden und alle Fenster wurden dadurch beleuchtet, die schon geöffnet waren.

Der Brauch des Adventskalenders ist schon sehr alt und geht darauf zurück, dass man in der Adventszeit religiöse Bilder aufhängte, oder die Kinder legten jeden Tag in dieser Zeit einen Strohhalm in die Krippe für das Christkind, damit es weich lag.

Im Alpenraum gab es einen Brauch, dass die Kinder für ihre guten Taten und Gebete, jeden Tag in ein Kerbholz-Klausenholz genannt, eine Kerbe schnitzten. Am Heiligen Abend konnten sie damit ihr "Bravsein" dokumentieren.

Dann gab und gibt es auch noch die Adventskerzen, die man jeden Tag bis zum 24. Dezember, bis zu einer markierten Stelle herunterbrennen läßt.

Der 24-kerzige Adventskranz, der auf Wichern zurückgeht, hat sich heute noch in dem Brauch unseres Adventskranzes mit 4 Kerzen erhalten.

Dietlinde Heider

Morgen geht es weiter mit der Geschichte des Adventskalenders.

Dietlinde am 15.12.03|09:13 AM GMT+1 [Eintrag]


Samstag, 13. Dezember

Ein überraschendes Erlebnis


Gestern habe ich eine wunderbare Geschichte erlebt.
Meine Morgen- und Vormittagsspaziergänge habe ich in meinem Tagebuch schon öfters erwähnt.
Einen solchen hatte ich gestern wieder unternommen bei schönstem blauen Himmel und sehr milden Temperaturen. Ich war schon am Rückweg und ging an einer Wohnung vorbei, dessen Terrasse und Fenster zum Gehsteig gelegen sind. In dieser Wohnung hatte immer ein alter Herr allein gewohnt, dessen rosa Geranien ich in jedem Sommer bewundert hatte. Es war die Sorte Helene. Wer sie kennt, weiß wie wunderschön sie blüht. Darüber und über andere Dinge hatten wir oft gesprochen.

Seit dem Herbst waren die Rolläden dort immer geschlossen gewesen, und ich wußte nicht, wo er geblieben war, der alte Herr.

Seit einiger Zeit war wieder Leben in dieser Wohnung. Es standen andere Blumen am Fenster und andere Vorhänge waren angebracht worden.

Heute nun, sah ich eine Frau an den Fenstern herumwischen, die etwas geöffnet waren, und ich faßte mir ein Herz und fragte sie nach dem alten Herrn, der vorher hier gewohnt hatte. Er sei im Altenheim und sie hätte von der Gemeinde diese Wohnung gemietet. Sie erzählte mir noch ein wenig von sich, wie es ihr ginge. Dass sie gerade in Rente gegangen sei und dass es ihr schwer fiel, nun zu Hause zu sein. Sie sei allein.

Während sie erzählte ertönten in ihrem Zimmer einige Klänge, und ich sagte: "Oh, wir müssen aufhören zu erzählen, bei ihnen hat es geläutet". Daraufhin lächelte sie und sagte: "Das ist nicht meine Türglocke, das ist mein Engel". Ich war erstaunt. "Wieso ihr Engel"?, fragte ich verblüfft."Momentmal", sie drehte sich vom Fenster weg, machte ein paar Schritte in ihre Wohnung und hielt mir strahlend einen weißen Holzengel, etwa 20 cm groß mit einer Trompete entgegen, der auf einer Spieluhr stand. "Der hat gespielt". Ich fragte: "Warum hat denn der Engel jetzt gespielt"? "Das weiß ich auch nicht", sagte sie. "Er spielt sonst nur, wenn ich ihn aufziehe". Gestern Abend habe ich ihn meinen Enkeln vorgespielt. Seit dem nicht mehr. Sie brachte mir noch weitere drei kleine Engel, die sie im Flur aufgehängt habe, wie sie sagte, zur Adventszeit.

Daraufhin führten wir ein wunderbares Gespräch über Engel und ich entdeckte in ihr eine liebenswerte Gesprächspartnerin, die offensichtlich das Thema Engel liebte. Ich ging auch noch einmal im Gespräch mit ihr darauf ein, dass sie nun sehe, dass sie doch gar nicht allein sei. Jedenfalls lächelte sie, als ich mich verabschiedete, und ihr vorher trauriges Gesicht war fortgewischt, und sie wirkte ganz verändert.

Ich fand die Geschichte so außergewöhnlich, dass sich ihr Spieluhr-Engel mit Glockenklängen bemerkbar gemacht hatte, und wenn ich sie nicht selbst gerade gestern Vormittag erlebt hätte, diese wunderbare Geschichte, hätte ich gesagt, "Das gibt es doch gar nicht". Scheint es doch zu geben. Ich war selbst dabei!

Dietlinde Heider
Dietlinde am 13.12.03|09:33 AM GMT+1 [Eintrag]


Freitag, 12. Dezember

Feldsalat mit Nussdressing


Nach all dem Süßen, heute ein gesunder Feldsalat als Rezept für die Gesundheit, denn der Feldsalat enthält nebst Vitaminen einen großen Anteil an Jod, das so wichtig für unsere Schilddrüse ist.

Hier also mein Rezept:

200 g Feldsalat
15 Walnüsse
3 Eßl Balsamicoessig
1T Teel. Senf
1/2 Teel. Himbeerkonfitüre
6 Eßl. Walnussöl
Meersalz, schwarzer Pfeffer

Feldsalat putzen, waschen, gut abtropfen lassen, oder in der Salatschleuder entwässern. 5 Walnüsse in einem Mörser zerstoßen, mit Essig, Senf, Himbeerkonfitüre, Öl, Salz und Pfeffer verrühren. Feldsalat damit würzen. Anrichten und die restlichen Walnüsse grob zerkleinern und darüberstreuen.

Dieser Salat wäre auch eine kleine Köstlichkeit, die man zum Weihnachtsessen reichen könnte.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 12.12.03|08:42 AM GMT+1 [Eintrag]


Donnerstag, 11. Dezember

Vorweihnachtszeit...


Diesen Brief schrieb Theodor Storm an seine Eltern am 20. Dezember 1856.

Es wird Weihnachten! Mein Haus riecht schon nach braunen Kuchen - versteht sich, nach Mutters Rezept - und ich sitze so zu sagen schon seit einer Woche im Scheine des Tannenbaums.
Ja, wie ich den Nagel meines Daumens besehe, so ist auch der schon halbwegs vergoldet. Denn ich arbeite jetzt Abends nur in Schaumgold, Knittergold und bunten Bonbonpapieren; und während ich Netze schneide und Tannen- und Fichtenäpfel vergolde, und die Frauen, d.h. meine Frau und Röschen, Lisbeth's Puppe ausputzen, liest Onkel Otto uns die „Klausenburg” von Tieck vor, oder gibt hin und wieder eine Probe aus den Bilderbüchern, die Hans und Ernst auf den Teller gelegt werden sollen.
Gestern Abend habe ich sogar Mandeln und Zitronat für die Weihnachtskuchen schneiden helfen, auch Kardamon dazu gestoßen und Hirschhornsalz. Den Vormittag war ich stundenlang auf den Bergen in den Wäldern herumgeklettert um die Tannenäpfel zu suchen. Ja, Ihr hättet mich sogar in meinem dicken Winter-Sürtout hoch oben in einer Tannenspitze sehen können. Freilich hatte ich mich vorher gehörig umgesehen; denn der Herr Kreisrichter durfte sich doch nicht auf einem ganz offenbaren Waldfrevel ertappen lassen.
Jeden Morgen, die letzten Tage, kommt der Postbote und bringt Päckchen oder einen Brief aus der Heimat oder aus der Fremde von Freunden. Die Weihnachtszeit ist doch noch gerade so schön wie sie in meinen Kinderjahren war.
Wenn nur noch der Schnee kommen wollte; wir wohnen hier so schön, da müsste der Weihnachtsbaum, wenn er erst brennt, prächtig in die Winterlandschaft hinausleuchten.

Theodor Storm

geb.14.09.1817,
gest.04.07.1888,

Dietlinde am 11.12.03|09:08 AM GMT+1 [Eintrag]


Mittwoch, 10. Dezember

Gegenwartskunst bei Aldi


Felix Droese findet mit seinen Graphiken immensen Absatz bei Aldi. Was ist passiert? Die Preise für Kunst gingen statt nach oben wie üblich, nach unten zu Aldi. Für 12,99 Euro wurden "Originalgraphiken", handsigniert, in limitierter Auflage, inklusive Holzrahmen, Klarglas und Schrägschnitt-Passepartout, und das von einem Künstler, der an der "documenta" in Kassel und an der Bienale in Venedig teilgenommen hat, angeboten und verkauft. Aldi macht`s möglich! In ihren 1480 Filialen in der Südkette des Mühlheimer Lebensmitteldiscounters wurden sie zwischen Holzspielzeug, Tütensuppen, Weihnachtsgänsen von 7 Künstlern angeboten, 14 Arbeiten insgesamt in einer Auflage von jeweils zehntausend Exemplaren.

Darunter befanden sich Graphiken von Felix Droese (53) mit dem Titel "Silberfinger" und "Windwasserwolken". Droese hat immerhin bei Joseph Beuys studiert. Sie fanden reißenden Absatz.

Am Montag liefen diese Angebote bei Aldi an, und schon am Nachmittag tauchten die ersten Exemplare zum Startpreis von 19,90 Euro im virtuellen Auktionshaus e-bay auf.

Wegen des Nimbus von Aldi, gingen die Bilder weg wie warme Semmeln. Erstmalig wird hier Kunst verkauft, die einen Wiederverkaufswert hat, der nach den Gesetzen des Kunsthandels steigt.

Droese galt als einziger Prominenter, als Lockvogel. Er meinte selbst, er sei das "Trojanische Pferd" der Aktion, und erfolgreicher könne das gar nicht laufen, resümierte er. Kunst gehöre zur Grundversorgung der Menschen, wie Milch, Zucker, Kartoffeln. Endlich würde diese Gleichung wieder transportiert.

Wilhelm Busch ist damit widerlegt worden, der schrieb: "Oft trifft man wen, der Bilder malt, doch selten wen, der sie bezahlt.

Dietlinde Heider

Dietlinde am 10.12.03|11:44 AM GMT+1 [Eintrag]


Dienstag, 9. Dezember

Chocolat


Am Sonntag habe ich den Film Chocolat gesehen. Ein ganz "süßer" Film und für Schokoladenfreunde sowieso ein "Muß" und sehr zu empfehlen!

Juliette Binoche spielt die Hauptrolle in diesem Film. Sie eröffnet als Alleinerziehende mit ihrer kleinen Tochter ein Schokoladengeschäft in tiefster französischer Provinz im Jahre 1959. Argwöhnisch von einem säuertöpfischen und griesgrämigen Menschenschlag beäugt, bietet sie ausgerechnet in der Fastenzeit ihre verführerischen süßen Kreationen an. Der Bürgermeister, (Alfred Molina) ruft zum Boykott gegen sie auf. Anfänglich ist es schwierig für Vianne Rocher die Front, die gegen sie gebildet wird zu durchbrechen, aber mit der Zeit können die Dorfbewohner dieser zarten Versuchung, die durch Vianne und ihre süßen Pralinen entsteht, nicht wiederstehen.

Der Zigeuner Roux (Johnny Depp) mit dem sich Vianne einläßt, verursacht zusätzlich noch Aufregung.

Mir gefielen die malerischen Bilder der Provinz. Eine tolle Besetzung mit französischem Naschwerk, und süß wie Zartbitterschokolade war seine sinnliche Ausstrahlung.

Hier der Link zum Video bei Amazon (mit Kommentaren)

Dietlinde Heider
Dietlinde am 09.12.03|09:21 AM GMT+1 [Eintrag]


Montag, 8. Dezember

Terrassen-Weihnachtsgebäck


So langsam rückt das Weihnachtsfest näher und die Entscheidung, welche Plätzchen gebacken werden, muß gefällt werden. Mir fällt das nicht schwer, weil diese Plätzchen bei uns traditionell zum Weihnachtsfest dazugehören. Ich genieße sie nur, wie die Zartbitterschokolade auch, in homoöpathischer Dosis, das heißt, nur immer eins mal genußvoll naschen. Sie schmecken wirklich köstlich!

Für den Teig:

300g Weizenmehl
2 gestr. Teel. Backpulver
100 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Ei
150 g Butter


Füllung:

Ich nehme immer rotes Johannisbeergelee,
aber auch jede andere Konfitüre nach Geschmack ist geeignet dafür.

Puderzucker zum Bestäuben


Mehl und Backpulver mischen und auf ein Backbrett sieben. In die Mitte eine Vertiefung eindrücken, Zucker, Vanillezucker und Ei hineingeben und mit einem Teil des Mehles zu einem dicken Brei verarbeiten. Darauf die in Stücke geschnittene kalte Butter geben, sie mit Mehl bedecken und alle Zutaten schnell zu einem glatten Teig verkneten. Sollte er kleben, ihn eine Zeitlang kaltstellen.

Ich forme immer eine dicke große Kugel daraus und schneide sie mit dem Messer in der Mitte durch und lege die beiden Hälften einzeln eingewickelt in Pergamentpapier eine Nacht in den Kühlschrank. Den Teig dünn ausrollen. Plätzchen von gleicher Form, aber in drei verschiedenen Größen (die gleiche Anzahl von jeder Größe)ausstechen. (Ich habe 3 runde Förmchen, klein, größer ganz groß, und 3 dreieckige Förmchen von klein größer und ganz groß). Die ausgestochenen Teigplätzchen auf ein gefettetes Backblech legen, oder Backpapier unterlegen, und goldgelb backen.

Strom: 10 Minuten vorheizen
Regler 175 - 195
Backzeit 8-10 Minuten

Nach dem Backen von je drei Plätzchen verschiedener Größe die beiden kleineren auf der Unterseite mit rotem Johannisbeergelee bestreichen und terrassenförmig auf das größte setzen. Dann die Plätzchen mit etwas Puderzucker bestäuben und die Leckerei ist fertig!

Nun müßte doch jeder Lust zum Backen bekommen haben?!

Dietlinde Heider
Dietlinde am 08.12.03|08:51 AM GMT+1 [Eintrag]


Sonntag, 7. Dezember

Rosa Wattewölkchen Tanka


Frostiger Morgen -
Rosa Wattewölkchen schwebt
übers Himmelsblau

Heute backen die Englein
Weihnachtsplätzchen fürs Christkind

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Als ich heute morgen die Augen aufschlug und mein erster Blick zum Fenster ging, sah ich rosa Wattewölkchen am Himmel, zart und fein! Ein wunderschöner Anblick!

Sofort fiel mir die Geschichte aus meiner Kindheit ein, wenn im Dezember der Himmel rot gefärbt war von der auf- oder untergehenden Sonne, dann hiess es bei uns zu Hause: "Die Engel backen fürs Christkind Plätzchen."

Morgen gibt es ein wunderbares Rezept für Plätzchen von mir in meinem Tagebuch, damit uns hier auf der Erde zu Weihnachten auch etwas Süsses zum Naschen erfreut!

Dietlinde Heider
Dietlinde am 07.12.03|01:41 PM GMT+1 [Eintrag]


2. Advent Tanka


Am zweiten Advent
Friedvolle Kerzenlichter
Feindschaft in der Welt

Das versöhnende Wort fehlt
Frieden beginnt in uns selbst

Dietlinde Heider
Dietlinde am 07.12.03|09:07 AM GMT+1 [Eintrag]


Freitag, 5. Dezember

Nikolaus



Ich habe die besten Erinnerungen an den Nikolaus aus meiner Kindheit. Am 5. Dezember abends stellte ich immer einen tiefen Teller vor meine Kinderzimmertür und am nächsten Morgen war er gefüllt mit Plätzchen, Walnüssen, einem Glas saure Gurken und Zartbitterschokolade (unvergesslich). Der Nikolaus kannte offenbar meine besonderen Vorlieben, was mich schon anfänglich verwunderte. Übrigens, die Leidenschaft für Zartbitterschokolade ist geblieben. Natürlich geniesse ich sie nur in winzigster homöopathischer Dosis.

Ich hatte aber doch immer ein wenig Angst, der Nikolaus könnte einmal vergessen, meinen Teller zu füllen, und deshalb stand ich immer schon in der Nacht auf, weil ich gar nicht bis morgens warten konnte vor lauter Neugier, und vergewisserte mich, ob auch mein Teller gefüllt sei, der vor meiner Zimmertür stand. Immer war es der Fall, und ich schlief wieder ganz glücklich ein. War es doch ein Zeichen, dass der Nikolaus das Jahr über mit mir zufrieden gewesen sein musste. Dieses nächtliche Intermezzo mit meinem Nikolausteller habe ich niemandem verraten, weil "brave" Mädchen so etwas auf gar keinen Fall tun dürfen. Neugierig sein! Wo gibt es denn so etwas! Es hat mich auch in all den Jahren meiner Kindheit niemand ertappt bei meinen nächtlichen Kontrollgängen in der Nikolausnacht. Diese Spannung liebte ich auch ein wenig.

Am 6. Dezember nachmittags kam der Nikolaus dann noch einmal persönlich zu mir und wollte gerne ein Gedicht hören, was ich auch immer gut aufsagen konnte. Als Belohnung fürs "Brav-Sein" zog er dann aus seinem Sack für mich eine Flasche Apfelsaft und eine Büchse Ananas. Diese Leckereien gab es sonst nur noch zum Geburtstag. Was mich etwas verwunderte war, dass der Nikolaus auf der linken Wange eine Narbe hatte, genau wie mein Papa. Was für ein Zufall! Beim zweiten Mal, als der Nikolaus kam, achtete ich noch genauer auf sein Gesicht. Da war ich mir dann sicher, wer der Nikolaus war, aber ich verriet nie mein Wissen darüber und spielte immer schön mit.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 05.12.03|04:21 PM GMT+1 [mehr dazu ...]


Donnerstag, 4. Dezember

Barbarazweige


Am 4. Dezember wird der Namenstag der hl. Barbara gefeiert.

Bis heute pflege ich den Brauch an diesem Tag Barbarazweige zu schneiden. Ich nehme meistens Forsythienzweige oder Kirschzweige und stelle sie am 4. Dezember in die Vase.
Immer hatte ich Glück, und die Zweige waren noch vor Weihnachten wunderschön erblüht, weil ich sie ins Wohnzimmer stellte. Bei Wärme treiben sie dann schneller.

Die Zweige sind ein Zeichen der Lebendigkeit mitten im kalten Winter und in der dunklen Nacht. Der Brauch der Barbarazweige ist auch ein Symbol für unser Leben. Christus möchte uns aus der Nacht befreien und zum Leben hinführen. Wir müssen die Dunkelheit verlassen, damit wir neu erblühen können. Vielleicht kann uns dieser Brauch helfen, lebendig zu werden.

Zuerst erfreut man sich an den Knospen, und kann zusehen wie sie wachsen und prall werden, bis sich die ersten Blütchen öffnen. Geschieht das dann wirklich, ist es immer eine große Freude für mich.
Für diesen Brauch sind außer den Kirschzweigen natürlich auch die Zweige von Zierkirschen, Hasel, Zierpflaumen, Goldregen, Mandelbäumchen gut geeignet. Japanische Quitte, Ginster, Weide, Schlehe, Zierjohannisbeere und Kornelkirsche können auf diese Weise auch angetrieben werden. Es müssen aber nicht nur Blütengehölze sein, auch Birkenzweige sehen wunderschön aus, wenn die lichtgrünen Blättchen hervorsprießen.

Um sicher zu gehen, dass die Zweige genug Wasser aufnehmen können, ist es notwendig, die Zweigenden lang anzuschneiden. Man kann sie auch mit einem Hammer leicht anklopfen, bevor man sie ins Wasser stellt.

Allen Freunden, die Freude an diesem Brauch finden, wünsche ich gutes Gelingen und blühende Zweige zu Weihnachten. Vielleicht schickt mir der eine oder andere, dem es gelungen ist, die Barbarazweige zum Blühen zu bringen, eine kleine Nachricht per e-mail? Das würde mich besonders freuen!

Dietlinde Heider
Dietlinde am 04.12.03|09:02 AM GMT+1 [Eintrag]


Dienstag, 2. Dezember

Der rote Faden der Liebe


Ein besinnlicher Gedanke,
in mein Tanka gefasst,
der vielleicht recht gut
in die Vorweihnachtszeit passt
und ein kleiner Anstoss sein möge,
ein wenig über die wichtigen Dinge
des Lebens nachzudenken.

Webe Liebe ins
Geflecht des Seelenkleides -
der rote Faden -

er zieht sich durch dein Leben
wie ein vorbestimmter Pfad.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 02.12.03|09:12 AM GMT+1 [Eintrag]





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