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Gedanken zwischen Himmel und Erde


Oktober: Archiv-Übersicht der Einträge


Freitag, 16. Oktober

Mein Freund, der alte Birnbaum



In Gedanken versunken wandere ich durch den kleinen Park, sehe durch die Bäume hindurch das vertraute Wolkenspiel, und plötzlich stehe ich vor ihm oder steht er vor mir ?

Es ist der alte Birnbaum, der mich schon viele Jahre in Gedanken begleitet. Oft kommt es mir vor, als ob er das Zwiegespräch sucht, wenn er sich in meine Gedanken einschleicht. In den Jahreszeiten äußerlich verändert, aber immer in der gleichen Silhouette, blinzelt er durch die taufeuchten Blätter, wenn die Sonnenstrahlen seinen nachtkalten, zerfurchten Rindenmantel erwärmen, wie er sich emporreckt und die morgensteifen Äste dem leichten Wind entgegenstreckt.
Immer, wenn ich ihn sehe, erfreue ich mich an seiner Standhaftigkeit. Er trotzt Wind und Wetter.

Im Herbst, in seinem bunten, roten Blätterkleid, gefällt er mir ganz besonders gut. Sein Wuchs ist recht bizarr, einige Äste sind dürr, aber groß, sehr groß und sehr, sehr alt ist er schon. Mich beschleicht oft die Angst, wie lange er noch stehen bleiben darf in dem kleinen Park. Die Menschen in ihrem Nutzdenken könnten ihn anders sehen als ich.

Auch die Vogelwelt liebt ihn. Ein Grünspecht besucht ihn regelmäßig am Vormittag und macht reiche Beute. Er findet in dem rissigen Stamm des Birnbaums, in den oft morschen Astlöchern, reichlich Insekten, Würmchen, Larven von Raupen und Spinnen.

Der Grünspecht ist prächtig gefärbt und jetzt im Herbst paßt er sich vollkommen dem Blattwerk der Birne an. In seinem grünen Federkleid mit der roten Kappe auf dem Kopf sieht er farbenfroh aus.

Der kleine Park von dem ich sprach, ist nicht weit von unserem Haus entfernt, und oft höre ich den Grünspecht lachen, denn die Töne, die er von sich gibt, hören sich wie ein lautes Gelächter an. Manchmal sehe ich ihn im Blattwerk des Baumes gar nicht, aber seine Arbeitsgeräusche, sein Hämmern, das er mit seinem Schnabel mit einem lautstarken trrrrrrrrr,trrrrrr zuwegebringt, verrät ihn. Ich habe auch das Gefühlt, daß er gar nicht besonders scheu ist. Ich kann sehr nahe an den Birnbaum herangehen und versuchen ihn mit meinen Augen zu entdecken, und nie fliegt er weg, sondern arbeitet ungestört an seinem Frühstück oder Mittagessen weiter. Auch andere Vögel im Baum stören ihn nicht. Buchfinken, Kohl- und Blaumeisen schätzen meinen alten Birnbaum auch. Heute waren Stare und Amseln in seiner Krone auf Futtersuche. Ein paar Grünfinken hielten gebührenden Abstand von drei vornehmen, hellgrauen Tauben mit schwarzem Ringlein um den Hals und suchten zwischen gelbem Ahornlaub nach Futter.

Jeder, der die Vogelwelt liebt, wird spüren, welch wundervolles Paradies der kleine Park für unsere gefiederten Freunde darstellt und wie wichtig der alte Birnbaum, ja wie unerlässlich es ist, auch alten Bäumen Raum zum Leben zu lassen im Sinne einer Gemeinschaft, die für Mensch, Vogel und Baum wichtig ist.

Ich habe jetzt ein wunderbares Gefühl, weil diesem alten Birnbaum endlich einmal die nötige Beachtung geschenkt wurde, und ich sein Dasein in dieser kleinen Geschichte festgehalten habe, mir zur Freude und für alle anderen, die alte Bäume schätzen, so wie ich.

Dietlinde Heider

Ich mache eine kleine Pause zwecks Erholung in der "Schwäbischen Alb" um den bunten Herbst zu genießen. Ich wünsche auch Euch eine wunderbare, herbstlich bunte Zeit.

In der Ergänzung zu "mehr dazu" könnt ihr mein Foto zum Text betrachten.
Dietlinde am 16.10.09|05:41 PM GMT+1 [mehr dazu ...]


Freitag, 9. Oktober

Magische Augen



In diesem Jahr waren die Distelfalter sehr zahlreich in unserem Garten anzutreffen. Deshalb habe ich mich ganz besonders gefreut, auch Pfauenaugen auf unseren Herbstastern als Gäste begrüssen zu können. Wie schön, dass es mir gelungen ist, ein Pfauenauge in seiner ganzen farbigen Pracht im Foto festzuhalten.
Jetzt sind ihre Besuche nur noch spärlich und das bunte Insektentreiben lässt doch schon merklich nach. Die Erinnerung bleibt und das Foto hilft die Zeit zu überbrücken bis die bunten "Sommervögel", die zauberhaften Schmetterlinge, sich wieder niederlassen in unseren Gärten.

Dietlinde Heider

In der Ergänzung zu "mehr dazu" könnt ihr mein Foto zum Text betrachten.
Dietlinde am 09.10.09|05:27 PM GMT+1 [mehr dazu ...]





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