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Gedanken zwischen Himmel und Erde


Februar: Archiv-Übersicht der Einträge


Sonntag, 29. Februar

Goldlack-Erinnerungen



Nun sind mir noch einige Blumen eingefallen, die ich bei meinem vorhergehenden Text nicht aufgezählt habe. Ich finde es sehr interessant, dass das Gehirn, einmal in diese Richtung angestoßen, selbständig weiterarbeitet und noch einige Blumen aus der Erinnerung erblühen lässt. So z.B. den Goldlack, der in meiner Kindheit in verschiedenen Goldbrauntönen bei uns blühte, angefangen vom hellen Gelb über Ocker, Rostbraun bis hin zu verschiedenen Honigtönen. Im späten Frühjahr blühte er sehr intensiv duftend.

An die Strohblumen, die Immortellen, wie sie auch heißen, habe ich ganz besonders schöne Erinnerungen. Sie waren so farbenprächtig in kräftigem Rot, Gelb, Beige und Orange. Wir schnitten sie in verschiedenen Blütenstadien, als Knospe, halb geöffnet und ganz erblüht und machten im Herbst kleine Blumensträuße daraus, um sie dann zum Trocknen in den Keller zu hängen mit den Blüten nach unten. Man konnte sie dann im Spätherbst als Trockenblumenschmuck auf die Gräber stellen. Ich bewundere sie heute noch, diese bunten Blütchen, die nicht vergehen.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 29.02.04|01:22 PM GMT+1 [mehr dazu ...]


Donnerstag, 26. Februar

Blumen, die meine Großmutter in unserem Garten pflegte


An viele Blumen, die Oma in unserem Garten angepflanzt hatte, kann ich mich noch gut erinnern.

Die Narzissen mochte ich ganz besonders, weil sie so herrlich intensiv dufteten, eine weiße Blüte hatten, die innen von einem orangenen Kränzchen umgeben war, und die heute nur sehr selten in den Gärten noch zu sehen sind. Beim Eingang unseres Hauses vor der Tür stand eine sehr große und schon viele Jahre alte Christrosenstaude. Sie habe ich noch vor Augen, wie sie sich durch den Schnee durchkämpfte mit ihren weißen Blüten und für mich zur Freude blühte.

Kennt ihr Aurikeln? Meine Großmutter hatte sie gerne und mit ihnen hat sie unsere Gartenbeete eingefasst. Man sieht sie noch auf alten holländischen Blumenbildern, aber in den Gärten sind sie fast ganz verschwunden, ebenso wie die Reseda, die Bartnelken und Montbrezien. Sie sind kaum noch zu sehen. Die "Josefslilien", die weißen, hatte ich besonders gerne. Jedes Jahr hat Oma 10 Stück aus unserem Garten für den Marienaltar in unserer Kirche dem Herrn Pfarrer geschenkt. "Gretel im Busch", ein blaues Blümchen, blühte auch bei uns. Ich glaube es heißt auch "Jungfer im Grünen". An Arabis, ganz weiß blühend, und an die "Federnelken", ebenfalls weiß, die einen betörenden Duft verströmten, an sie erinnere ich mich besonders. Sie haben silberblaugrüne Blätter. Blaue und weiße Glockenblumenkissen durften natürlich auch nicht fehlen.

Ganz zarte und bunte, fast wie Schmetterlinge aussehende am Zaun sich hochrankende Blumen, waren die Wicken, die die Sonne lieben und betörend duften. Das tränende Herz blühte bei uns und auch fast in allen Bauerngärten, an denen ich morgens, wenn ich zur Schule ging, vorbeikam. Meist waren sie von einem Staketenzaun umgeben, und ich mußte durch die Zwischenräume schauen, um die Blumen bewundern zu können. Im Herbst blühten ganz herrlich die Dahlien.

Ein wunderschönes großes Rosenbeet hatten wir auch, das aber pflegte mein Vater. Die Rosenbäumchen packten wir für den Winter immer etwas in Reisig ein, und sie blühten in jedem Jahr wieder aufs Neue. Die Gloria Dei, eine gelb bis orange blühende Rose, die es heute auch nur noch selten in den Gärten zu sehen gibt, duftete zart und leuchtete wie die Sonne.

Früher war es bei uns nicht üblich, dass man zum Gärtner ging, und Blumen kaufte für den Garten. Sie wurden durch Ableger, Zwiebeln, Knollen, Stecklinge oder Samen vermehrt und mit den Nachbarn getauscht.

Sicher habe ich noch die eine oder andere Blume vergessen, die auch in unserem Garten blühte, aber das macht nichts. Wichtig war allein das Zusammenstellen aus meiner Erinnerung hier für mein Tagebuch, und hat sie alle noch einmal erblühen lassen und mich total erfreut.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 26.02.04|10:07 AM GMT+1 [Eintrag]


Dienstag, 24. Februar

Kleine Entdeckung am Gartenzaun


Über die honiggelben Haselnußkätzchen habe ich schon einen Text geschrieben. Bei meinem letzten Spaziergang entdeckte ich
noch etwas Wunderschönes in einem Garten, nämlich einen sehr alten, ich schätze so 30 - 40 jährigen und dementsprechend
ausladenden "roten" Haselnußstrauch (Rothasel), dessen Blätter im Frühjahr dunkelrot sprießen.

Zur Zeit ist dieser Strauch noch blattlos, aber mit einem ganzen Meer an "altroséefarbenen" Zäpfchen behängt. Ich konnte
gar keine einzelnen Zäpfchen erkennen. Die ganze Schar war in Bewegung und die Farbe in diesem noch kahlen Garten, hat mich
so überrascht, dass ich es unbedingt für mich in meinem Tagebuch festhalten wollte, wie ungewöhnlich dieser Farbton wirkte
in seiner zarten Intensität. Angelockt von seiner Schönheit, ging ich ganz nahe an die Ästchen heran, die über den
Gartenzaun hingen und betrachtete aus der Nähe die Anordnung der einzelnen "Schwänzchen". Ich entdeckte am äußeren Rand des
Zweiges ein ganzes Büschel mit 10 - 14 herabhängenden Kätzchen und nach Innen wurde es immer weniger, bis nur noch 2
Zäpfchen zusammen am Ast hingen.

Ich war überrascht darüber, denn ich hatte vorher immer gedacht, sie seien gleichmäßig angeordnet. Solche Entdeckungen, die
ich selbst für mich herausgefunden habe, begeistern mich immer besonders.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 24.02.04|01:57 PM GMT+1 [Eintrag]


Samstag, 21. Februar

Adalbert Stifter zum Thema: Sandkörnchen


Diesen wunderbaren Text zum Thema Sand habe ich von Adalbert Stifter entdeckt, und er hat mich tief berührt. Er ist eine wunderbare Ergänzung zu meinem vorhergehenden Beitrag, in dem auch ich zum Ausdruck bringen wollte, welche Wunder die Natur vollbringt, welche ungeheuren Kräfte in ihr stecken.

Adalbert Stifter, Mein Leben:
Es ist das kleinste Sandkörnchen ein Wunder, das wir nicht ergründen können. Daß es ist, daß seine Teile zusammenhängen, daß sie getrennt werden können, daß sie wieder Körner sind, daß die Teilung fortgesetzt werden kann, und wie weit, wird uns hienieden immer ein Geheimnis bleiben. Nur weniges, was unserem Sinne von ihm kund wird, und weniges, was in seiner Wechselwirkung mit anderen Dingen zu unserer Wahrnehmung gelangt, ist unser Eigentum, das andere ruht in Gott. Die großen Körper, davon es getrennt worden ist und die den Außenbau unserer Erde bilden, sind uns in ihrer Eigenheit unbekannt wie das Sandkörnchen. Sie sind, und wir sagen manches von ihnen aus, das auf dem Pfade unserer Wahrnehmungskräfte zu uns hereinkömmt.

Wir stehen vor dem Abgrunde dieses Rätsels in Staunen und Ohnmacht. Das Leben berührt uns so innig und hold, daß uns alles, darin wir es zu entdecken vermögen, verwandt, und alles, darin wir es nicht sehen können, fremd ist, daß wir seine Zeichen in Moosen, Kräutern, Bäumen, Tieren liebreich verfolgen, daß wir sie in der Geschichte des menschlichen Geschlechtes und in den Darstellungen einzelner Menschen begierig in uns aufnehmen, daß wir Leben in unseren Künsten dichten und daß wir uns selber ohne Leben gar nicht zu denken vermögen.

Aus:
Mein Leben, Adalbert Stifter
Geboren am 23.10.1805 in Oberplan im Böhmerwald
Gestorben am 28.1.1868 in Linz

(Adalbert Stifter. Sämtliche Werke, XXV Erzählungen, 3. Teil. Gedichte und Biographisches.
Herausgegeben von Klaus Zelewitz, Hildesheim: Gerstenberg Verlag, 1979)

Dietlinde am 21.02.04|10:39 AM GMT+1 [Eintrag]


Mittwoch, 18. Februar

Auf den Spuren des Sandes


Steine und Sand faszinieren mich schon seit langem. Wenn wir am Strand entlangehen und den weichen Sand zwischen den Zehen spüren, hat er schon einen langen Weg hinter sich. Jedes einzelne Sandkorn führt uns in die Erdgeschichte zurück.

Als zerriebene Zeit könnte man den Sand betrachten. Über Gebirgsmassive, Meere, Flüsse oder Eiszeiten erzählen die Sandkörner Geschichten. Eiszeiten, die vor Millionen von Jahren die Gestalt der Erde prägten und heute gar nicht mehr existent sind. Die Felsmassive sind der Verwitterung ausgesetzt und dadurch wird ein Zerfallsprozess ausgelöst. Eis, Wind, Säuren, Regen, Sonneneinstrahlung und Organismen zerkleinern die Felsbrocken zu Geröllen bis nur noch Sandkörner übrigbleiben.

Die Verwandlung in ein Sandkorn beginnt im Gletscher, der tonnenschwere Felsbrocken über viele Kilometer transportiert. Flüsse und Bäche übernehmen die Fracht und lassen Schotter, Kies und zuletzt Sand daraus entstehen. Schon durch leichten Wind werden endlose Dünen in den Sandwüsten zusammengeweht, die bis zu 500 Meter pro Tag wandern. Bis nach Mitteleuropa wird der feine Saharastaub verweht. Ein mehrere Tage anhaltender Sandsturm kann die Häuser in dieser Gegend vollkommen begraben.

Durch die Reise, die die scharfkantigen Felsbrocken in Flüssen und Bächen unternehmen, werden aus den großen Felsbrocken schon nach wenigen Kilometern rundgeschliffene Steine, nämlich Kiesel. Dauert die Reise noch länger an, wird Sand daraus. Größere Steine rollen auch über den Rand des Flußbettes heraus, während die feinen Teile als Ton und feiner Sand mitgeführt werden. Je nach dem, welche Fließgeschwindigkeit die Flüsse haben, ist sie hoch, werden große Brocken mitgeführt, nimmt sie ab, wie im Mündungsgebiet des Rheins, wird nur noch Sand und Ton transportiert.

Seine Reise beendet der Sand am Meer, wo viele Milliarden dieser Sandkörner den Sandstrand bilden, den wir besonders lieben. So gesehen, verbringen wir unseren Urlaub auf den Resten eines früher einmal riesigen Gebirges.

Es gibt ein faszinierendes Buch zum Thema Kiesgrube von einem wunderbaren Geologen:

Dr. Dietmar Meier
Buch: Expedition in eine Kiesgrube

Verlag: J.C.C. Bruns; Erscheinungsort: Minden; Erscheinungsjahr: 1999;
ISBN-Nr.: 3000042733;

In seinem Buch zeigt der Experte Dr. Dietmar Meier die Faszination einer Kiesgrube. Zahlreiche, wunderbare und ungewöhnliche Bilder illustrieren das Buch.

Dietlinde Heider

Dietlinde am 18.02.04|03:10 PM GMT+1 [Eintrag]


Montag, 16. Februar

Maler Klecksel


Das 3. Büchlein war mein liebstes. Opa nannte es "Maler Klecksel". Darin hatte er bunte Schmetterlinge, fantasievolle Blumen und Zwerge gemalt. Richtig märchenhaft hatte er es gestaltet. Ich erinnere mich an ein Bild, wo ein Maler mit einem Pinsel die Flügelfarben eines Schmetterlings wieder etwas ausbesserte, weil dieser sie bei einem Landeanflug auf eine Blume etwas abgeschabt hatte. Dieser Schmetterling war sehr traurig darüber. Mir tat er auch deswegen immer sehr leid. Der Maler hatte einen weißen, mit Farben bekleckerten Mantel an, einen Farbeimer mit einem Pinsel in der Hand und machte aus dem hässlich gewordenen Schmetterling durch seine Ausbesserungsarbeiten, wieder einen farbenfrohen, glücklichen Falter aus ihm. Wenn Opa die Geschichte erzählte, das Buch war ja ohne Text, war ich immr heilfroh, wenn es gelang, den traurigen Falter wieder glücklich zu stimmen.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 16.02.04|07:21 PM GMT+1 [Eintrag]


Samstag, 14. Februar

Bilderbücher


Die größte Freude bereiteten mir die kleinen Bilderbücher, die Opa für mich gemalt hatte, als ich so ungefähr 6 Jahre alt war. In meiner Erinnerung sind sie noch ganz lebendig. Die leeren Büchlein hat er selbst angefertigt, indem er das Papier auf ein kleines Buchformat zurechtschnitt, es faltete und in der Mitte mit Stichen zusammennähte. Die Motive darin waren Handwerksberufe, wie Gärtner, Bäcker, Schmied usw. Die anderen weiss ich nicht mehr, aber es waren bestimmt 10 Berufsbilder. Der Imker hat mich besonders fasziniert. Der hatte einen großen Hut auf dem Kopf mit einem Schleier vor dem Gesicht und rauchte eine Pfeife, um die Bienen zu beruhigen, wie Opa mir sagte. Oft bat ich ihn, mir die Berufe zu erklären, immer wieder, und wir hatten dadurch viel Gesprächsstoff, während wir dieses Buch anschauten.

Das 2. Buch, das er mir malte war ein Vogelbuch mit Vögeln aus unserer Umgebung. Kleine Singvögel eben, die ich schon als Kind so mochte. Das Rotkehlchen darin, liebte ich am meisten.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 14.02.04|03:16 PM GMT+1 [Eintrag]


Mittwoch, 11. Februar

Kindheitserinnerungen des Philosophen Karl Jaspers


Am Dienstag Abend habe ich in 3Sat ein beeindruckendes Selbstporträt von Karl Jaspers gesehen. Ich fand es so interessant, dass ich mich entschloß, das, was mich besonders faszinierte, in diesem Text festzuhalten.

Geboren wurde Karl Jaspers am 23.Februar 1883 in Oldenburg (Oldenburg). Sein Vater war Bankdirektor, hat aber später seinen Posten aufgegeben, weil er sich zu sehr eingeengt fühlte durch Vorgesetzte. Er widmete seine freie Zeit der Malerei.

Der kleine Karl lebte in den Marschen und kannte bis zu seinem 5. Lebensjahr nicht das Meer. Erst bei einem Urlaub auf einer der friesischen Inseln unternahm sein Vater mit ihm eine Wattwanderung. Daran konnte sich Jaspers in seiner Erzählung über seine Kindheitseindrücke noch lebhaft erinnern, weil das der erste Anblick des unendlichen Meeres war, welches ihn so tief beeindruckt hatte.

Dieses Bild der Unendlichkeit suchte er immer wieder bei seinen späteren Reisen in die Mittelgebirge. Aber die Weite des Horizonts war für ihn durch Berge verstellt. Noch mehr störte ihn, als er in der Schweiz die Alpen sah, dass sie gar keinen Blick zum Horizont freiließen.

Größtes Vertrauen hatte er zu seinem Vater, der ihn für damalige Verhältnisse ganz ungewöhnlich erzog. Es gab zwar auch Verbote in der Familie, die Karl nicht verstand. Der Vater verlangte jedoch keinen blinden Gehorsam, sondern erklärte ihm, warum dieses oder jenes Verbot für ihn gut sei.

In der Schule hatte Jaspers Schwierigkeiten mit seinem Direktor, weil dieser verlangte, dass er sich bei seinem Turnlehrer entschuldigen sollte, der ein Attest von Jaspers Hausarzt nicht anerkennen wollte. Karl litt an einer schweren Lungenkrankheit. Der Direktor drohte mit Schulverweis, falls er sich nicht bei seinem Turnlehrer entschuldigen würde. Karl war sich keines Vergehens bewußt. Er löste dann für sich selbst die schwierige Angelegenheit, indem er zum Turnlehrer sagte: "Auf Anweisung vom Herrn Direktor soll ich mich bei ihnen entschuldigen".

Auch später, als Professor hat er an seinen Überzeugungen immer festgehalten, auch wenn er mit seiner Meinung allein stand.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 11.02.04|06:01 PM GMT+1 [Eintrag]


Montag, 9. Februar

Haselnußkätzchen


Den heutigen Beitrag möchte ich gerne den Haselnußkätzchen widmen, die gerade im Moment bei uns im Frankfurter-Raum blühen. Waren es im Herbst noch kleine, feste, grünliche Zäpfchen, so schwingen sie nun fröhlich in großer Zahl, goldgelb an den Sträuchern im Wind. Von unserem Wohnzimmer aus, von meinem Lieblingsplatz am Fenster, fällt mein Blick genau auf einen blühenden Haselnußstrauch, der im Garten unseres Nachbars steht.

Unseren eigenen Haselnußstrauch sehe ich durch die Schlafzimmerfenster. In der Früh, wenn ich die Fenster öffne, fällt mein erster Blick auf ihn zum Bewundern. Schon morgens winkt er mir beim geringsten Lüftchen gutgelaunt zu und wirkt fröhlich und positiv.

Im Haselnußstrauch
schwänzelt lauer Frühlingswind.
Viel Gold staubt er ab.

Dietlinde Heider
Dietlinde am 09.02.04|09:02 PM GMT+1 [Eintrag]


Samstag, 7. Februar

Wenn Opa malte, war er glücklich


Opa kannte sich nicht nur in Wald, Flur und Gemüsegarten aus. Er war auch ein Künstler. Aquarellmalen machte ihm grosse Freude. Blumenbilder malte er mit inniger Leidenschaft und grossem Talent! Seine liebsten Bilder waren mir speziell seine Rosenaquarelle. Eines davon, eine dunkelrote Rose und zwei rosarote Rosen mit Knospen habe ich heute noch in unserem Wohnzimmer hängen aus mehreren Gründen. Zum Andenken an Opa, weil er so ein wunderbarer Mensch war. Zweitens, weil mich dieses Rosenaquarell an meine glückliche Kindheit erinnert und weil es ein wunderschön zartes Rosenaquarell ist, das eine Rosenliebhaberin, so wie ich es bin, von Herzen erfreuen muss!

Ein ganz entzückendes Fliegenpilzaquarell hängt in unserem Flur und lässt die "Schwammerlsuche" in meinen Gedanken wieder aufleben. Auch Kopien von Bildern berühmter Maler wie Franz Marc, August Macke, fertigte er an. Die Tierbilder liebten wir beide sehr. Ich schaute ihm oft beim Malen zu. Zuerst fertigte er ein Kästchenraster an, und übetrug dann das Original ganz genau.

Früher war es nicht üblich, dass man Ausstellungen in der Gemeinde hatte, wie es heute oft der Fall ist, dass im Bürgerhaus oder in der Sparkasse Bilder von Gemeindemitgliedern ausgestellt werden, die schön und gerne malen. Opas Fan-Gemeinde waren die Nachbarn, die oft einmal zu uns herüber kamen, um seine Bilder anzuschaun und zu bewundern. Das freute Opa immer ganz besonders!

Dietlinde Heider
Dietlinde am 07.02.04|03:23 PM GMT+1 [Eintrag]


Mittwoch, 4. Februar

Leben - was ist das eigentlich


An einem schönen Sommertag um die Mittagszeit war große Stille am Waldrand. Die Vögel hatten ihre Köpfe unter die Flügel gesteckt, und alles ruhte. Da streckte der Buchfink sein Köpfchen hervor und fragte: "Was ist eigentlich das Leben?" Alle waren betroffen über diese schwierige Frage. Im großen Bogen flog der Buchfink über die weite Wiese und kehrte zu seinem Ast im Schatten des Baumes zurück.

Die Heckenrose entfaltete gerade ihre Knospe und schob behutsam ein Blatt ums andere heraus. Sie sprach: "Das Leben ist lauter Freude und Sonnenschein." Drunten im Gras mühte sich eine Ameise mit einem Strohhalm, zehnmal länger als sie selbst, und sagte: "Das Leben ist nichts anderes als Mühsal und Arbeit." Geschäftig kam eine Biene von der honighaltigen Blume auf der Wiese zurück und meinte dazu: "Nein, das Leben ist ein Wechsel von Arbeit und Vergnügen."

Wo so weise Reden geführt wurden, steckte auch der Maulwurf seinen Kopf aus der Erde und brummte: "Das Leben? Es ist ein Kampf im Dunkeln." Nun hätte es fast einen Streit gegeben, wenn nicht ein feiner Regen eingesetzt hätte, der sagte: "Das Leben besteht aus Tränen, nichts als Tränen." Dann zog er weiter zum Meer. Dort brandeten die Wogen und warfen sich mit aller Gewalt gegen die Felsen und stöhnten: "Das Leben ist ein stets vergebliches Ringen nach Freiheit."

Hoch über ihnen zog majestätisch der Adler seine Kreise. Er frohlockte: "Das Leben, das Leben ist ein Streben nach oben." Nicht weit vom Ufer entfernt stand eine Weide. Sie hatte der Sturm schon zur Seite gebogen. Sie sagte: "Das Leben ist ein Sichneigen unter eine höhere Macht." Dann kam die Nacht. Mit lautlosen Flügeln glitt der Uhu über die Wiese dem Wald zu und krächzte: "Das Leben heißt: die Gelegenheit nützen, wenn andere schlafen." Und schließlich wurde es still in Wald und Wiese. Nach einer Weile kam ein junger Mann des Wegs. Er setzte sich müde ins Gras, streckte dann alle viere von sich und meinte, erschöpft vom vielen Tanzen und Trinken: "Das Leben ist das ständige Suchen nach Glück und eine lange Kette von Enttäuschungen."

Auf einmal stand die Morgenröte in ihrer vollen Pracht auf und sprach: "Wie ich, die Morgenröte, der Beginn des neuen Tages bin, so ist das Leben der Anbruch der Ewigkeit."

Märchen aus Schweden
Dietlinde am 04.02.04|05:57 PM GMT+1 [Eintrag]


Montag, 2. Februar

Leckeres Frühstück


Wenn ich abends schlafen gehe, überlege ich mir, was ich am nächsten Tag erledigen will, und welche Freuden auf mich warten. Eine der ersten am Morgen ist das leckere Müsli, das ich mir bereite.

Anstoss für das Rezept bekam ich von meiner lieben e-mail-Freundin Daniela aus der Schweiz, als wir uns über Bircher-Benner, den Müsli-Spezialisten, unterhielten. Auf diesem Wege noch einmal vielen Dank dafür, liebe Daniela!

Als erstes lege ich mir die Zutaten für das Müsli zurecht:

1/2 Zitrone
1 Teel. geriebene Mandeln
Rosinen nach Geschmack
3 Eßl. Haferflocken
2 mittelgroße Äpfel
1 Teel. Honig
3 Eßl. Wasser
1 Eßl. süße Sahne oder Kondensmilch

In eine Schüssel den Saft der ausgepreßten Zitrone geben. 3 Eßl. Wasser und 1 Eßl. süße Sahne ebenfalls dazu geben. Weiter folgen die geriebenen Mandeln, die Rosinen und der Teel. Honig. Alles vermischen. Nun gibt man die 3 gehäuften Eßl. Haferflocken dazu, die dann untergerührt werden. Zum Schluß schält man die Äpfel. Reibt sie etwas grob auf einer Reibe (ich nehme die Seite der Kohlrabireibe) und mischt die geriebenen Äpfel schnell darunter, damit sie nicht braun werden.

Ich bin jeden Morgen immer wieder aufs Neue von meinem Müsli begeistert!
Na, wer da nicht Lust bekommt es auszuprobieren!

Dietlinde Heider
Dietlinde am 02.02.04|06:57 PM GMT+1 [Eintrag]





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