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18/02/2012: "Der Frühling will bestimmt kommen..."
Wollte nicht der Frühling kommen?
War nicht schon die weiße Decke
von dem Rasenplatz genommen
gegenüber an der Ecke?
Nebenan die schwarze Linde
ließ sogar schon (sollt ich denken)
von besonntem Märzenwinde
kleine, grüne Knospen schwenken.
In die Herzen kam ein Hoffen,
in die Augen kam ein Flüstern -
und man ließ den Mantel offen,
und man blähte weit die Nüstern...
Ja, es waren schöne Tage.
Doch sie haben uns betrogen.
Frost und Sturm und Schnupfenplage
sind schon wieder eingezogen.
Zugeknöpft bis an den Kiefer
flieht der Mensch die Gottesfluren,
wo ein gelblichweißer, tiefer
Schnee versteckt die Frühlingsspuren.
Sturmwind pfeift um nackte Zweige,
und der Rasenplatz ist schlammig.
In mein Los ergeben neige
ich das Auge. Gottverdammich! (Ich kann nichts dafür - stand so da)!
Erich Mühsam (1878-1934)
Er zieht sich in die Länge, unser Winter. Aber... noch ein wenig Geduld und die Frühlingsvorfreude hält Einzug. Habe ich doch heute am Morgen die Meislein ganz fröhlich zwitschern gehört. Was für eine Freude, nach der langen Stille ohne ihr helles, munteres Gezwitscher. Ich genieße die Vorfreude. Ich habe heute tatsächlich beim Spaziergang schon an einer geschützten Stelle in einem Garten wundervolle Schneeglöckchen entdeckt, die zwar geschlossen, aber ganz munter im leichten Luftzug hin und her wippten.
In der Ergänzung zu "mehr dazu" könnt ihr mein Foto zum Text betrachten.
--- Ergänzung zum Thema ----------------

(c) Dietlinde Heider
Schlagsahnewölkchen


