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Gedanken zwischen Himmel und Erde


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23/07/2004: "Kindheitserinnerung"


Briefmarken

Ein weiteres Hobby in meiner Kindheit war das "Briefmarken-Sammeln". Sieglinde, meine Freundin, hatte eine Verwandte, Tante Tine, eine sehr korpulente, liebenswerte, mit nichts zu erschütternde Dame, die mich in die Geheimnisse des Briefmarken-Sammelns einweihte. Sie tauschte auch Briefmarken mit mir und war immer sehr großzügig und schenkte mir die eine oder andere. Ich habe sie in ganz besonders guter Erinnerung behalten, weil sie sehr kompetent war und viel wußte über Briefmarken und mich wie eine echte Tausch-Partnerin behandelte und nicht wie ein Kind, das sowieso nichts verstand von diesen Dingen. "Tante Tine" habe ich immer zu ihr gesagt, obwohl sie die Tante meiner Freundin Sieglinde war.

Bei uns brachte kein Briefträger die Post ins Haus. Wir mußten sie selbst abholen. Dieses Amt übte ich sehr zuverlässig aus. "Dieses Abholen der Post", so gegen zehn Uhr vormittags, wirkte sich auch sehr günstig aus wegen der Briefmarken, die ich immer gleich bekam, wenn die Post geöffnet wurde. Frau Laqua, so hieß die Post-Fee, die die Post am Schalter ausgab, überreichte mir immer einen ganzen Packen Briefe, die ich in Empfang nahm und gleich wegen Sondermarken genauestens durchsah. Unsere Verwandten wußten um mein Hobby und klebten Sondermarken auf die Briefe und Karten. Wir hatten auch Verwandte in der früheren DDR. Kam von dort ein Brief, so waren immer besonders große Marken auf den Briefen, die mich erfreuten.

Unser Herr Pfarrer im Ort unterstützte mich auch mit Briefmarken. Er schenkte mir oft Marken aus "Belgisch Kongo". Ich weiß nicht mehr, ob w i r Belgisch Kongo unterstützen, oder ob es umgekehrt war. Jedenfalls hatte dieses Land immer herrliche Blumenserien und große Marken. Daran erinnere ich mich noch genau.

Auch eine besondere Schokolade (Zartbitter) mit ganz dicken langen Rippen bekam der Herr Pfarrer von dort geschickt, die er auch an uns Kinder verschenkte, oft nach der Messe. Auch kleine Heiligenbildchen gab es von ihm, die wir Kinder sammelten.

Ungefähr bis zu meinem 12. bis 13. Lebensjahr währte meine Leidenschaft für die Briefmarken. Dann erlosch sie ganz plötzlich wegen ganz anderer interessanter Einflüsse, die dann spannender wurden als die Briefmarken.

Dietlinde Heider

Nun von den Kindheitserinnerungen zu einem ganz aktuellen Foto, dem "Storchschnabel", der von einer Schwebfliege besucht wird. In der Ergänzung zu "mehr dazu" seht ihr dieses Foto.


--- Ergänzung zum Thema ----------------

FrameStorchschmitSchwebRklein (90k image)

Storchschnabel - Geranium spp, besucht von einer Schwebliege
Blume des Jahres 2004

300 Arten von Stauden gehören zur Gattung des Geraniums. Sie kommen weltweit in gemäßigten Klimazonen vor. Ihre Blattform ist handförmig bis gefiedert und bei der Blütenfarbe herrschen Rosa und violette Töne vor. Die blaue Farbe ist eher selten.

Ihren Namen verdankt sie ihren typischen langen schnabelförmigen Früchten.

Die fälschlicherweise bezeichnete Gartenblume - "Geranie", gehört nicht zu dieser Gattung. Sie gehören der Gattung "Pelargonium" an.


-------------- Antworten: 11 Kommentare --------------

am Samstag, 24. Juli , schrieb cor kluytmans

Hallo Dietlinde!
Schöne Kindheitserinnerung schön formuliert. Ich habe das Gleiche gemacht und frage mich beim Lesen was du denn später mit den Briefmarken gemacht hast. Schöne Grüsse für den Sonntag.

am Samstag, 24. Juli , schrieb Dietlinde

Hallo cor,
ich freue mich ganz besonders über Deinen lieben Besuch.
Ich habe die Alben tatsächlich noch aufgehoben und in einer großen Schublade verwahrt, vermutlich als Erinnerung an meine schöne Kindheit.
Grüßchen
Dietlinde

am Sonntag, 25. Juli , schrieb Marga Ritte

Liebe Linde!

Ich wollte ebenfalls fragen, ob du die Briefmarkenalben noch besitzt. Ich habe meiner Tochter nämlich gerade ihre Briefmarken zukommen lassen, die sie als Kind gesammelt hat. Ich selbst habe keine Briefmarken gesammelt, dafür aber Servietten, Speisekarten, Bierdeckel, Plüschtiere. Also, wahllos, was gerade so in war. Von all diesen Dingen habe ich nur noch eine kleine Sammlung von Plüschtieren. Diese möchte ich meinen Enkelkindern einmal schenken, aber leider sind immer noch keine Babys in Sicht.
Was ich niemals verschenken werde, ist meine Puppe, die einzige, die ich jemals in meinem Leben hatte. Selbst meine späteren Enkelkinder dürften diese Puppe nur aus der Ferne betrachten. Auch meine eigenen Kinder durften mit dieser Puppe niemals spielen. Da war ich sehr eigen.

Ich wünsche dir einen schönen Wochenstart.
Freundlichst Marga.

am Sonntag, 25. Juli , schrieb Dietlinde

Hallo Marga,
oh, mit Deinem netten Kommentar hast Du bei mir Erinnerungen wachgerufen, die waren schon ganz verblasst, denn Bierdeckel habe ich auch ganz intensiv gesammelt. Ich weiß gar nicht, ob die Kiste noch am Boden steht. Servietten, stimmt, das war auch interessant mit Unterschriften von Freundinnen und Freunden. Zu jeder Klassenfahrt haben wir Servietten mit Signaturen versehen. Sie habe ich aber bestimmt nicht mehr. Was noch interessant war zu Sammeln waren Kino-Programme. Davon habe ich noch eine Mappe und Streichholzschachteln. Sie habe ich sehr lange gesammelt und finde sie sehr hübsch die Schächtelchen. Jetzt fällt mir noch ein, dass ich auch Orangenpapiere gesammelt habe. Schön glattgestrichen und in einer Mappe gepreßt, hatte ich sie aufbewahrt. Die Plüschtiere mit dem Knopf im Ohr waren sehr teuer. Von ihnen hatte ich nur drei oder vier Exemplare, aber sie habe ich noch. Einen super hübschen kleinen Teddy bekam ich damals von meinem Bruder geschenkt. Darüber hatte ich mich so gefreut und der Teddy hat mich auch überall hin begleitet.
Die Puppengeschichte ist eine story für sich. Vielleicht schreibe ich darüber noch einmal extra.
Schön war es, liebe Marga, durch Deinen Text, auch meine Erinnerungen wieder aufgefrischt zu haben.
Eine schöne neue Woche wünsche ich Dir!
Grüßchen
L i n d e

am Sonntag, 25. Juli , schrieb Biggi

Hallo liebes Lindchen,
richtig schön hast du uns deine Kindheitserinnerungen wieder erzählt und wie jedes Mal weckt das dann bei mir auch welche smile

Ich habe früher mit großer Leidenschaft diese bunten Bildchen, wir nannten sie Obladen, gesammelt. Heiß begehrt von mir waren Engel, Blumen und Tiere - und vor allem die mit dem Glitzer drauf. smile Leider weiß ich überhaupt nicht mehr, wo sie geblieben sein könnten.

Meine Mama hat auch immer Briefmarken gesammelt und zwar mit ganz großer Leidenschaft. Sie konnte stundenlang dabei sitzen und sich die Marken anschauen und sortieren. Ich konnte ihr immer eine große Freude machen, wenn ich ihr dann aus dem Büro Umschläge mit besonderen Marken mitgebracht habe. Sie hat mittlerweile eine richtig schöne Sammlung. Leider hat sie aber nach dem Tod meines Papas die Freude am Sammeln verloren, aber sie schaut sich die Marken immer noch gerne mal an.

Ich wünsche dir eine schöne neue Woche und schicke dir liebe Grüße
Biggi

am Sonntag, 25. Juli , schrieb Dietlinde

Hallo Biggilein,
wie schön, Dein lieber Besuch!
Ja, jetzt fällt es mir auch wieder ein. Wo Du "Obladen" dazu sagst, haben wir "Lackbildchen" gesagt. Ich glaube, das ist das Gleiche. Tauben und Rosenkörbe, Vergißmeinnicht und solche Dinge waren da hineingestanzt. Meintest Du diese Bildchen?
Ja, von ihnen hätte ich auch gerne mehr besessen. Irgendwie bin ich nicht richtig an sie herangekommen. :-))
Ach, sind das schöne Erinnerungen. Die Bilchen hatte ich schon ganz vergessen.
Liebe Sternengrüßchen!
L i n d c h e n

am Montag, 26. Juli , schrieb Biggi

Stimmt, Lindchen, genau die meinte ich. Ich hab mal im Internet nachgeschaut und da wurden sie Glanz- und Lackbilder genannt, oder eben auch Oblaten (ich hatte es erst falsch geschrieben). Aber mit allem ist das Gleiche gemeint - diese herrlich kitschigen, immer ganz romantischen Bildchen. Ich hab sie sehr geliebt und auch oft ins Poesiealbum geklebt. Schade, ich hab meines noch nicht wiederfinden können, denn da sind mit Sicherheit auch welche drin.

Erinnerst du dich auch noch an diese Ausschneidebögen aus etwas festerem Karton? Dort war war dann zum Beispiel eine Mädchenfigur drauf und dazu verschiedene Kleidungsstücke. Man konnte alles ausschneiden und die Papierpuppe dann damit "anziehen".

Ach hätte ich doch nur früher von allen diesen hübschen, kleinen Dingen etwas zur Erinnerung aufbewahrt. Aber wer hat schon daran gedacht, dass man mal so viele Jahre später darüber sprechen würde smile

am Montag, 26. Juli , schrieb Dietlinde

Ach Biggilein, ich glaube, wir tun es uns an in Erinnerungen zu schwelgen! Da sprichst Du etwas an, mit diesen Puppenpapier-Kleiderbögen zum Ausschneiden! Jeder Bogen hatte ein bestimmtes Thema und ich erinnere mich noch genau an den "Hochzeitsbogen". Da war die Ausstattung für eine Puppenbraut aufgemalt und diese Möglichkeit Hochzeit zu spielen mit diesen Papierkleidern und schmückendem Beiwerk für die Braut, fand ich wunderbar, und habe ich noch stark in Erinnerung.

Einen Urlaub verbrachten wir in einer Jugendherberge am Knüll. Dort hatte ich meine Schachtel mit den Papierutensilien und Püppchen dabei. Es waren mit der Zeit eine ganze Anzahl geworden, und ich sehe mich noch auf dem Hochbett der Jugendherberge sitzen, ganz oben und meine Schätze hatte ich ausgebreitet um mich herum über das ganze Bett verteilt und meine Freundin Gerlinde, zu jener Zeit, hatte ebenfalls ihre "Schachtel" mit. Sie saß im unteren Bett, und wir haben hingebungsvoll gespielt, weil es regnete und wir nicht wandern konnten. Es war einfach wunderschön und gerade diese Scene habe ich noch total vor Augen, und Du liebe Biggi, hast sie wieder zum Leben erweckt. Ach, war das schön, davon zu erzählen.

Später haben wir uns aus Katalogen selbst Kleider für unsere Papierpuppen ausgeschnitten indem wir ein Muster auf ein Blatt des Katalogs legten, es mit Bleistift umrahmten und dann ausschnitten. Wir vergaßen auch nicht, die Viereckchen mitzumalen, die wir dann umklappten um es an der Puppe zu befestigen. smile
Ich finde es einfach toll, dass Dir das auch so Spaß bereitet hat.
Grüßchen
L i n d c h e n

am Montag, 26. Juli , schrieb frizztext

es freut mich, liebe sammlerin, dass du vom sammeln von briefmarken (die andere entworfen haben) übergangen bist zum sammeln von fotografien, die du selbst gemacht hast ...
mit philosophischen grüßen:
dein frizztext alias dietmar fritze

am Montag, 26. Juli , schrieb Dietlinde

Hallo dietxyx,
Dein lieber Besuch freut mich ganz besonders! Du glaubst ja nicht, welche Freude mir das Fotografieren schenkt! Eine ganz neue, selbstentdeckte Welt öffnet sich mir jeden Tag aufs Neue und zwar "fototechnisch" und biologisch. Obwohl ich immer schon ganz genau hingeschaut habe in der Natur, bringt nun das "Makro" wahre Wunder ans Licht. Abenteuer "Foto" pur!
Grüßchen
dietyxy

am Dienstag, 27. Juli , schrieb Sunny

Schön, deine Kindheitserinnerungen, liebe Dietlinde.
Ich sammelte auch Briefmarken und war unheimlich stolz, wenn ich wieder welche von Verwandten bekam, die sie eifrig für mich sammelten.
Später hatte ich eine Brieffreundin aus Alma Ata in Kasachstan. Von ihr bekam ich die schönsten Briefmarken, die ich wie meinen Augapfel hütete, damit ja kein Zähnchen beschädigt wurde.
Aber ich hab noch viel mehr gesammelt in Kindertagen. Angefangen von Postkarten, Briefen und nicht zu vergessen meine heiß geliebten Glanzbilder, die ich alle noch besitze.

Dein Foto ist wieder wunderschön. Danke für die Erinnerung und das schöne Bild, liebe Dietlinde.

Liebe Grüße von Sunny

smile


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