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21/06/2004: "Unsere Gartenrose - Teil 2"
Unsere Gartenrose Teil 2
Für die Griechen waren Rosen Symbole der Liebe, Anmut und Lebensfreude, nachdem sie von Persien in dieses Land Einzug gehalten hatten. Der Göttin Aphrodite war sie geweiht, der Schaumgeborenen und Dionysos. Rosen sind Blumen des Eros, der Grazie und der Musen. Zu Festen bekränzte man sich mit Rosen, schmückte Tempel mit ihnen und Götterbilder. Andererseits ist sie ein Symbol der Vergänglichkeit. Man ehrte die Toten indem man Rosenschmuck auf die Gräber legte, sie damit bestreute oder sie damit bepflanzte. Die Römer übernahmen später diese Sitte. Für sie waren Zypressen und Rosen die Sinnbilder für Anfang und Ende des Lebens.
Durch das Christentum gelangte die Rose zu einer besonderen Bedeutung. Sie wurde das Sinnbild Mariens der "Rose ohne Dornen" und verkörperte ihre Anmut. Zahlreiche alte Meister stellten Maria mit Rosen dar. Nach einer Erscheinung Marias mit einem Rosenkranz wurde vom hl. Dominikus im Jahre 1212 das Beten des Rosenkranzes eingeführt. Ursprünglich bestand er aus Samen verschiedener Pflanzen. Bis ins 11. Jahrhundert zurück geht der Brauch der Päpste die "goldene Rose" als besondere Auszeichnung an verdiente Personen zu verleihen. In einer kleinen Rose aus Gold befand sich ein winziges Gefäß mit Rosenöl.
Das Geheimnis der Verschwiegenheit trägt einen Widerspruch in sich: was "sub rosa", unter der von der Decke auf den Tisch herabhängenden Rose gesagt wurde, durfte nicht ausgeplaudert werden und galt als geheim. In Stein gehauene Rosen, Rosetten, die die echte Rose als Gewölbeschluß ersetzte, zeigt sich nicht als Knospe, sondern hat weitgeöffnete Blütenblätter. Das Licht fällt durch die Rose aus Glas und der Himmel leuchtet durch sie und verheißt den Aufstieg in ein anderes Sein, in die Ewigkeit.
Dietlinde Heider
Ergänzung zum Thema unter "mehr dazu".
--- Ergänzung zum Thema ----------------
Die unschuldige Rose
Sprechen wir nicht von dir.
Du bist deiner Natur nach unaussprechlich.
Andere Blumen schmücken die Tafel,
du verklärst sie.
Man stellt dich in eine Vase -
und schon wandelt sich alles:
es ist vielleicht die gleiche Vase Melodie,
aber gesungen von einem Engel.
Rainer Maria Rilke


