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12/06/2004: "Fliederdolden"
Oma band nun Fliederdolden aus einzelnen Blütchen zu Fliedersträußen. Oben an der Spitze waren verschiedengroße Knöspchen. Ihnen folgten halbgeöffnete Blütchen und zum Schluß ganz aufgeblühte. Mit feinem Draht wurden die Blüten drangebunden und zum Schluß mit einem schmalen, dünnen, grünen oder braunen Papierstreifen umwickel. Eine Nadel zum Anstecken kam auch noch in das Fliedersträußchen.
Die Margariten wurden so gebunden, daß eine in die Mitte kam und 5 andere sich um sie herum schmiegten. Sie bekamen auch Nadeln zum anstecken. Die Damen trugen sie dann an den Kleidern und Hüten.
Die Obstgebinde, die aus dunkelroten und hellroten Kirschen bestanden wurden gleichfalls mit Blättchen versehen und gebunden. Dann gab es noch Birnengebinde, Apfelgebinde und Birnen- und Apfelgebinde gemischt.
Blätterstielen und Blütenstielen, das konnten sehr viele Frauen am Ort, aber Gebinde herstellen, das konnte nur meine Großmutter und einige wenige Frauen. Darin war sie echt eine Künstlerin und ich bewunderte sie sehr für ihre Kunst, die sie mit viel Liebe und Freude ausübte.
Ich habe es geliebt, ein wenig mithelfen zu können. Manchmal durfte ich auch "Abliefern gehen" mit ihr zusammen. Ab und zu durfte ich auch schon mal alleine die Blütenpracht und den Früchtesegen übergeben.
Immer wieder kamen neue Früchte- und Blütengebinde, die gebunden werden sollten. Dann zeigte der Chef meiner Großmutter ein Muster. So sollte es aussehen. Sie nahm es mit nach Hause und hat es in aller Schönheit nachgebunden. Daran erinnere ich mich gerne zurück, weil ich mich, wenn Oma Blumen band, schön mit ihr unterhalten konnte, denn wir hatten uns immer viel zu erzählen.
Dietlinde Heider
Schaut Euch bitte das Foto an unter "mehr dazu"!
--- Ergänzung zum Thema ----------------
Glockenblume mit Biene


