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18/05/2004: "Herr Thiel, unser Klavierstimmer"
Kindheitserinnerung
In größeren Abständen kam er, Herr Thiel unser Klavierstimmer, meistens einen Vormittag lang und stimmte unser Klavier. Eine große Tasche trug er bei sich, aus der er langsam und bedächtig sein Werkzeug auspackte und am Boden verteilte. Er war ein großer, extrem hagerer, älterer Herr, schaute immer gewichtig drein und machte sich, nachdem er mich nach meinen Fortschritten beim Klavierspiel gefragt hatte, und ich immer beteuerte, es gehe wunderbar, das Klavierspiel, an die Arbeit des Stimmens. Nach ungefähr einer Stunde, fragte meine Mutter ihn, ob er etwas essen möchte. Er wünschte sich jedes Mal zwei rohe Eier, die er köpfte und austrank und dabei schlürfte. Ich fand das entsetzlich und ich bekam jedes Mal eine Gänsehaut, denn ich verfolgte oft dieses Zeremoniell, weil er meistens am Samstag kam, und ich dann keine Schule hatte. Diese "Eierpause" habe ich noch haargenau in Erinnerung. Was er sonst noch gegessen hat, weiß ich nicht mehr, aber die "rohen Eier" waren schon ein außergewöhnliches Ritual beim Klavierstimmen.
Dietlinde Heider
Bitte lest auch "mehr dazu" :
--- Ergänzung zum Thema ----------------
Hängefuchsie auf unserer Terrasse
Es ist eine solche Freude, die Fuchsien zu beobachten, wie sie ihre Blüten öffnen und wie ihre Röckchen im Wind flattern, dass ich sie am liebsten jeden Tag fotografieren möchte, weil sie so wunderschön aussehen.


