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17/05/2004: "Unser Klavier"
Es steht nun in unserer Wohnung. Eine alte Geschichte hat es, denn es hat in Kassel eine Bomben-Nacht heil überlebt, obwohl die Wand, an der es stand, vollkommen weggerissen wurde, hat es dieses furchtbare Kriegsereignis unversehrt überstanden. Die Leute, die es an uns verkauft haben, erzählten uns dies. Für mich verkörpert es dadurch ein Wesen, das die Schrecken ausgehalten hat und standhaft war. So etwas wie ein "Überlebenskünstler" ist es für mich. Im Inneren des Klaviers ist mit Goldbuchstaben "Seiler", der Name einer grossen Klavierbauer-Firma eingelegt. Das Klavier ist aus wunderbarem Kirsch-Holz mit Intarsien-Arbeiten verziert. Ich schätze es sehr, auch wegen seinem wunderbaren Klang und wegen seiner ungewöhnlichen Lebens-Geschichte.
Die Stücke, die ich in den Jahren meines Klavierunterrichtes gelernt habe, oft steht über ihnen noch der Fingersatz in der Handschrift meiner Lehrerin, wiederhole ich manchmal und habe Freude daran. Mehrere Hefte hießen "Der junge Pianist" (wo bleibt die junge Pianistin?) von Richard Krentzlin, Teil I, Teil II, Teil III. Es warem die Anfangs-Hefte. Einige Stücke kann ich noch auswendig spielen, Menuette, Sonatinen, "Kleine Erzählung","Ungarisch" "Die Forelle". Ein spezielles Etüden-Heft von Burgmüller hatte ich auch. "Zarte Blume" hieß ein Stück, das mochte ich, während die anderen Stücke doch sehr trocken und mit vielen Übungen versehen waren. Das Wichtigste ist das Notenheft für die Weihnachtslieder. Das liegt immer obenauf, bei den Notenbüchern. Das habe ich immer gehütet, weil es sehr schöne Erinnerungen birgt an Weihnachtsfeste aus meiner Kindheit und zu Weihnachten auch immer wieder bei uns zum Einsatz kommt.
Dietlinde Heider
Lest bitte auch die Ergänzung zum Thema:
--- Ergänzung zum Thema ----------------
Gänseblümchen, Bellis aus unserem Garten.


