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Gedanken zwischen Himmel und Erde


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14/05/2004: "Klavierunterricht - Kindheitserinnerung"


Viele Jahre hatte ich Klavierunterricht bei Frau von O. Sie ist eine Künstlerin, nicht nur auf dem Klavier, denn sie dichtete und sang und ihre größte Kunst bestand darin, uns Kindern das Klavierspiel beizubringen und schmackhaft zu machen. Darin war sie eine Meisterin. Ich freute mich auf jede Stunde bei ihr. Sie ist Ostpreußin und lebt noch heute, im Alter von weit über 90 Jahren. Damals erzählte sie oft von ihrer Heimat Tilsit, von der Landschaft und von den Menschen dort. Sie ging sehr liebevoll mit ihren Schülerinnen und Schülern um und hatte ein großes Herz. So habe ich sie noch heute in wunderbarer Erinnerung. Sie war sehr viel mehr, als nur meine Klavierlehrerin, denn ich spürte all die Jahre, dass sie ein besonderer Mensch war, eben eine Künstlerin und ganz anders als die Menschen, mit denen ich sonst in Berührung kam.

Sie war großzügig und phantasievoll. Dinge, die uns unmöglich erschienen zu bewältigen, bewerkstelligte sie. So trafen wir Klavierschüler uns mit unseren Eltern in ihrer Wohnung, in größeren Abständen und gaben kleine Konzerte für unsere Eltern. Sie bewirtete uns immer mit Spezialitäten aus ihrer früheren Heimat.

Weihnachten buk sie kleine Marzipanherzen mit echtem Rosenwasser in Förmchen nach einem Rezept ihrer Mutter aus Ostpreußen. Diese Herzchen waren so hübsch verziert, niedlich klein und mit aller Liebe hergestellt, dass ich sie noch heute bildlich und sehr süß vor Augen habe.

Sie brachte uns Klavierschüler auch so weit, dass wir einige Konzerte in der Gemeinde gaben, die ich als unglaublich aufregend in Erinnerung habe, weil unser Rektor H. auch anwesend war. Da galt es, alles in den musikalischen Vortrag hineinzulegen, mit Gefühl und excellent zu spielen, was uns auch immer gelang, sobald die Aufregung verflogen war.

Dietlinde Heider.

Lest bitte die Ergänzung zum Thema "mehr dazu"!

--- Ergänzung zum Thema ----------------

Weil der Frühling die schönsten Tulpen hervorzaubert, blüht hier ein Foto für Euch.
Ich habe es in userem Garten heute morgen aufgenommen, als ich die Sonne für eine halbe Stunde erwischt habe.

Frametulperosa (53k image)

-------------- Antworten: 8 Kommentare --------------

am Freitag, 14. Mai , schrieb Wolfgang

Liebe Linde,

das sind ja tolle Erinnerungen! Meine ersten Klavierunterricht bekam ich von Herrn Detlev M., einem etwas verstaubten, schon pensioniertem Herren, der zwar sehr nett war, mir aber nicht wirklich was beigebracht hat. Er kam einmal die Woche zu uns in die Wohnung und unterrichtete meine beiden Schwestern, meinen Bruder und mich der Reihe nach. Sein musikalischer Horizont begann bei Bach und endete bei Beethoven. Einmal im Semester durften meine drei Geschwister und ich uns ein Stück zum Vorspielen wünschen. Da hat er schon etwas schief geschaut, wenn ich Chopin hören wollte. Er selber war eher ein Barpianist nach dem alten Schlag. Am liebsten spielte er den alten Schlager "Kauf mir einen roten Luftballon".
Diese Melodie und vor allem die etwas eigenartige Harmonisierung werde ich mein Lebtag nicht vergessen :-)

am Freitag, 14. Mai , schrieb Dietlinde

Lieber Wolfgang,
wie schön, habe ich auch bei Dir Kindheitserinnerungen geweckt, die wunderschön zu lesen sind. Chopin mag ich auch unheimlich gerne hören.
Es ist eben wieder eine andere Richtung, die der Barpianist eingeschlagen hat und auf diesem Gebiet wird er sicher unschlagbar gewesen sein in seiner Harmonisierung mit seinem: "Kauf dir einen bunten Luftballon".
So ein bißchen Nostalgie abends in der Bar...., ok, das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Ich wünsche Dir ein vergnügliches Maiwochenende!
Herzlichst
Dietlinde

am Samstag, 15. Mai , schrieb Marga

Liebe Linde!
Dein wunderbares Foto einer aufgeblühten Tulpe weckt ebenfalls Kindheitserinnerungen in mir:
Als meine zwei Schwestern und ich noch klein waren, hatten meine Eltern einen großen Garten gemietet, der uns, dank des Fleißes meiner Eltern, mit allerlei Obst, Gemüse und Blumen versorgte.
Die Leidenschaft meines Vaters in einem Jahr waren seine gelben und roten Tulpen. Er hatte sie gesteckt und gehegt und gepflegt. Meine Mutter bestand darauf, wenigstens am Wochenende einen Tulpenstrauß mit nach Hause nehmen zu dürfen. Mein Vater bestimmte, welche Tulpen abgeschnitten werden durften. Zu Hause bekam jedes Tulpenblütenköpfchen einen Ring um, den mein Vater aus weißem Zeichenblockpapier ausgeschnitten hatte. Die Blüten sollten sich wohl länger in der Vase halten und nicht so schnell ihre Blütenblätter abwerfen. Ob heute noch irgendjemand seinen Tulpenstrauß so länger haltbar macht?
Ein Jahr später hatten wir, bei den selben Zwiebeln, statt der roten und gelben Tulpen, lauter rosa Blüten. Ich weiß bis heute nicht, womit das zusammenhing. Ich glaube mich zu erinnern, dass auch meine Eltern sich das nicht erklären konnten.

Liebe Linde, ich freue mich auf die nächsten Kindheitserinnerungen von dir und bin sehr gespannt, welche Erinnerungen sie bei uns allen auslösen werden.

Ein erholsames Wochenende wünscht dir herzlichst Marga.

am Samstag, 15. Mai , schrieb Brigitte

Hallo Dietlinde,
ich erinnere mich auch noch an meinen Kalvierunterricht. meine Klavierlehrerin wohnte eine Etage unter mir und saß, wenn ich übte, im Flur auf der Flurgaderobe. Ab und zu pochte sie mal laut mit dem Besenstiel gegen die Decke *g*. Anfangs fehlte mir oft die Lust zum Üben. Als die lehrerin dann starb, hatte es bei mir klick gemacht und ich übte auf teufelkommraus, um mich und sie bei dem neuen Lehrer nicht zu blamieren. So mit 14 hab ich dann richtig gefallen daran gefunden und war gar nicht mal so schlecht. leider hab ich jetzt kein klavier mehr, aber ein Keybord, bin aus der Übung, aber kram es doch hin und wieder mal raus.
ich wünsch dir ein schönes WoE und danke für die schöne Tulpe :o).
Tschüssi Brigitte

am Samstag, 15. Mai , schrieb Dietlinde

Liebe Marga,
Du lässt uns auch an einer schönen Erinnerung aus Deiner Kindheit teilnehmen. Ich kenne das von Früher von zu Hause. Bei uns war es ebenso. Keine Blumen aus dem Garten durfen abgeschnitten werden. Mein Vater wachte darüber. Die Papierringe um die Tulpen, das ist allerdings eine besondere Art, ein Versuch zu verhindern, dass sie sich öffnen, die Tulpen. Schon sehr speziell. smile

Dass die Tulpen dann rosa wurden, war sicher ein Rückfall in die Gene, die sie vorher besessen hatten, denke ich mir.

Wie schön, dass Dir diese Erlebnisse wieder eingefallen sind durch meine Tulpe. smile

Ich wünsche Dir ein vergnügliches Wochenende!
Herzlichst
Dietlinde

am Samstag, 15. Mai , schrieb Dietlinde

Liebe Brigitte,
ich mußte schmunzeln, als ich Deine schöne Geschichte las, was Deinen Klavierunterricht anging. Ich finde, dass er eine schöne Grundlage ist für das Verständnis von Musik. Auch wenn man Klavierspiel nicht zu seinem Beruf gemacht hat, ist es eine Freude, hin und wieder auf die Musik zurückzugreifen und sich selbst an einem Musikinstrument zu betätigen. Schön, dass auch Du daran immer noch Freude hast.

Freue mich, dass Dir meine Tulpe gefällt.smile Ich liebe dieses "Pink".
Lass es Dir gutgehen und genieße das Maiwochenende!
Herzlichst
Dietlinde

am Sonntag, 16. Mai , schrieb Biggi

Hallo liebe Dietlinde,
richtig schön ist deine aufgeblühte Tulpe. Ich mochte Tulpen wohl schon als Kind sehr gerne. Meine Eltern erzählten oft, dass ich als ganz kleiner Steppke mal Nachbars Garten geplündert habe. Ich habe dort alle Tulpen für meine Mama abgepflückt und wollte sie ihr als Geschenk bringen. Aber ich habe nur die Köpfe mit ganz kurzem Stiel gebracht. Und der Nachbar war natürlich auch sehr sehr böse big grin

Ein Klavier wäre für meine Eltern undenkbar gewesen. Einerseits war die Wohnung klein und außerdem das Geld meist knapp. Deshalb habe ich kein Musikinstrument gelernt. Allerdings kann ich mich auch nicht erinnern, dass ich in meiner Jugend den Wunsch danach gehabt hätte. Später allerdings hab ich es ab und zu bedauert.

Ich hoffe, bei euch ist nun auch die Sonne wieder da. Ich wünsche dir einen schönen Wochenanfang, liebe Dietlinde. smile

Ganz liebe herzliche Grüße
Biggi

am Montag, 17. Mai , schrieb Dietlinde

Liebe Biggi,
in Verbindung mit meiner "Tulpe" ist Dir etwas sehr "Liebevolles" eingefallen. Wenn es auch bei den Erwachsenen nicht so gut ankam, Dein Tatmotiv war, Deiner Mutti eine Freude zu bereiten. Nur das zählt! smile

Warmer Sonnenschein wird Dich sicher auch erfreuen.
Liebe Maiengrüßchen!
Herzlichst
Dietlinde


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