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Gedanken zwischen Himmel und Erde


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11/03/2004: "Hickelhaus und Klickerspiel"


Auch sehr beliebt als Spiel draußen im Frühjahr war "Hickelhaus". Es wurde auf dem Weg aufgezeichnet mit einem Stock oder Ast. Den Scherben, den man mit dem Fuß von einem Kästchen ins andere befördern mußte, hickelnd oder hüpfenderweise, hatten wir immer dabei, weil es ein flacher sein mußte, der besonders gut rutschte, der aber nicht überall zu finden war. Hatte man einmal so ein Prachtstück am Weg gefunden, hüteten wir ihn sehr.

Es wurden drei Quadrate übereinander gemalt. Beim 4. Quadrat wurde rechts und links ein weiteres dazugemalt. Dann kam wieder ein Quadrat in die Mitte der schon vorhandenen Kästchen, das mit einem Kreis gekrönt wurde, der in der Mitte geteilt war. Das war der Himmel.

Aber das Spiel, das ich mit größter Leidenschaft ausübte, war das Klicker- oder Murmelspiel. Oma hatte mir ein Stoffsäckchen genäht mit einem Band oben zum Zuziehen. Darin hatte ich meine Murmeln verwahrt. Dieses gefüllte Säckchen hatte ich immer in meiner Hosentasche dabei, denn, schnell konnte sich eine Gelegenheit ergeben und man traf eine, einen Gleichgesinnten, der seine Murmeln auch mitsichführte, dann machte man ganz schnell mit dem Absatz des Schuhs, indem man sich blitzschnell drehte, ein Loch in den Boden und schon konnte das Murmelspiel beginnen.

Ein beliebter Treffplatz zum Murmelspiel war bei unserem Bäcker, der auch ein Cafe hatte, mit einem betonierten Vorplatz mit Tischen und Stühlen. Auf diesem Beton rollten die Murmeln besonders gut. An einer bestimmten Stelle, wo der Beton an die Hauswand stieß, war ein halbkreisförmiges Stück Beton herausgebrochen, welches für uns ein wunderbares Loch für das Murmelspiel ergab.

Anfangs hatten wir Kugeln, die aus Lehm gebrannt und bunt bemalt waren. Später kamen noch kleine und große Glaskugeln hinzu. Sie waren richtige Schönheiten mit ihren bunten Mustern im Glas und wurden immer wieder gezählt und den anderen das Ergebnis mitgeteilt, wieviele man davon hatte. Eine Glaskugel jemandem "abzuluchsen", so hieß es, wenn man gewann, war immer das größte Vergnügen.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir schreiben würdet, ob ihr diese Vergnügungen auch in eurer Kindheit hattet, und diese Spiele gespielt habt.

Dietlinde Heider

-------------- Antworten: 4 Kommentare --------------

am Donnerstag, 11. März , schrieb Maria

Guten Abend liebe Dietlinde !
*Hickelhaus* spielt meine jüngste Tochter auch noch immer mit unseren Nachbarskindern, mitte auf der Strasse smile
Wir wohnen zum Glück in einer breiten Sackstrasse und da gehts ab und zu ganz schön rund smile
Das Spiel mit den Murmeln kenn ich aber wieder nicht.

Ich wünsch dir noch einen schönen Abend !
Liebe Grüße
Maria
<

am Freitag, 12. März , schrieb Laura

blush
Liebe Dietlinde, "Hickelhaus kenne ich leider nicht, wir spielten Völkerball auf der Straße und ich war wohl noch zu klein und wollte immer mitspielen, da ließen mich meine zwei größeren Brüder "für die Tausend mitspielen". Das bedeutete meine Bälle wurden nicht gewertet und zählten nicht, bis ich das bemerkte. Dann bin ich beleidigt abgezogen.
Liebe Grüße
Laura

am Freitag, 12. März , schrieb Dietlinde

Liebe Maria, liebe Laura,
danke für eure netten Kommentare.
Schön, dass das "Hickelhaus" auch heute noch den Kindern Freude bereitet.

Sie haben Dich ein wenig gelinkt, deine Brüder, liebe Laura, aber immerhin haben sie Dich mitspielen lassen. Du hast sie durchschaut und deine Konsequenzen gezogen. Kleine Schwester bei großen Brüdern zu sein, ist auch nicht so einfach!

Grüßchen
L i n d e

am Samstag, 1. Mai , schrieb Ria Ahrend

rolls eyes
Hallo, liebe Linde!

Im Herbst 1997 habe ich in einer Auflage von 2.000 Expl. ein Erinnerungsbuch geschrieben, in dem ich auch über unsere Kinderspiele (Jahrgang 1935) im Krieg und in der Nachkriegszeit berichtet habe. Das Buch ist inzwischen vergriffen. Vielleicht kan ich einmal div. Kapitel hier veröffentlichen. Ich hatte 130 Lesungen um mein Buch.

Liebe Abendgrüße

Ria


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