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Gedanken zwischen Himmel und Erde


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26/02/2004: "Blumen, die meine Großmutter in unserem Garten pflegte"


An viele Blumen, die Oma in unserem Garten angepflanzt hatte, kann ich mich noch gut erinnern.

Die Narzissen mochte ich ganz besonders, weil sie so herrlich intensiv dufteten, eine weiße Blüte hatten, die innen von einem orangenen Kränzchen umgeben war, und die heute nur sehr selten in den Gärten noch zu sehen sind. Beim Eingang unseres Hauses vor der Tür stand eine sehr große und schon viele Jahre alte Christrosenstaude. Sie habe ich noch vor Augen, wie sie sich durch den Schnee durchkämpfte mit ihren weißen Blüten und für mich zur Freude blühte.

Kennt ihr Aurikeln? Meine Großmutter hatte sie gerne und mit ihnen hat sie unsere Gartenbeete eingefasst. Man sieht sie noch auf alten holländischen Blumenbildern, aber in den Gärten sind sie fast ganz verschwunden, ebenso wie die Reseda, die Bartnelken und Montbrezien. Sie sind kaum noch zu sehen. Die "Josefslilien", die weißen, hatte ich besonders gerne. Jedes Jahr hat Oma 10 Stück aus unserem Garten für den Marienaltar in unserer Kirche dem Herrn Pfarrer geschenkt. "Gretel im Busch", ein blaues Blümchen, blühte auch bei uns. Ich glaube es heißt auch "Jungfer im Grünen". An Arabis, ganz weiß blühend, und an die "Federnelken", ebenfalls weiß, die einen betörenden Duft verströmten, an sie erinnere ich mich besonders. Sie haben silberblaugrüne Blätter. Blaue und weiße Glockenblumenkissen durften natürlich auch nicht fehlen.

Ganz zarte und bunte, fast wie Schmetterlinge aussehende am Zaun sich hochrankende Blumen, waren die Wicken, die die Sonne lieben und betörend duften. Das tränende Herz blühte bei uns und auch fast in allen Bauerngärten, an denen ich morgens, wenn ich zur Schule ging, vorbeikam. Meist waren sie von einem Staketenzaun umgeben, und ich mußte durch die Zwischenräume schauen, um die Blumen bewundern zu können. Im Herbst blühten ganz herrlich die Dahlien.

Ein wunderschönes großes Rosenbeet hatten wir auch, das aber pflegte mein Vater. Die Rosenbäumchen packten wir für den Winter immer etwas in Reisig ein, und sie blühten in jedem Jahr wieder aufs Neue. Die Gloria Dei, eine gelb bis orange blühende Rose, die es heute auch nur noch selten in den Gärten zu sehen gibt, duftete zart und leuchtete wie die Sonne.

Früher war es bei uns nicht üblich, dass man zum Gärtner ging, und Blumen kaufte für den Garten. Sie wurden durch Ableger, Zwiebeln, Knollen, Stecklinge oder Samen vermehrt und mit den Nachbarn getauscht.

Sicher habe ich noch die eine oder andere Blume vergessen, die auch in unserem Garten blühte, aber das macht nichts. Wichtig war allein das Zusammenstellen aus meiner Erinnerung hier für mein Tagebuch, und hat sie alle noch einmal erblühen lassen und mich total erfreut.

Dietlinde Heider


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