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Gedanken zwischen Himmel und Erde


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18/02/2004: "Auf den Spuren des Sandes"


Steine und Sand faszinieren mich schon seit langem. Wenn wir am Strand entlangehen und den weichen Sand zwischen den Zehen spüren, hat er schon einen langen Weg hinter sich. Jedes einzelne Sandkorn führt uns in die Erdgeschichte zurück.

Als zerriebene Zeit könnte man den Sand betrachten. Über Gebirgsmassive, Meere, Flüsse oder Eiszeiten erzählen die Sandkörner Geschichten. Eiszeiten, die vor Millionen von Jahren die Gestalt der Erde prägten und heute gar nicht mehr existent sind. Die Felsmassive sind der Verwitterung ausgesetzt und dadurch wird ein Zerfallsprozess ausgelöst. Eis, Wind, Säuren, Regen, Sonneneinstrahlung und Organismen zerkleinern die Felsbrocken zu Geröllen bis nur noch Sandkörner übrigbleiben.

Die Verwandlung in ein Sandkorn beginnt im Gletscher, der tonnenschwere Felsbrocken über viele Kilometer transportiert. Flüsse und Bäche übernehmen die Fracht und lassen Schotter, Kies und zuletzt Sand daraus entstehen. Schon durch leichten Wind werden endlose Dünen in den Sandwüsten zusammengeweht, die bis zu 500 Meter pro Tag wandern. Bis nach Mitteleuropa wird der feine Saharastaub verweht. Ein mehrere Tage anhaltender Sandsturm kann die Häuser in dieser Gegend vollkommen begraben.

Durch die Reise, die die scharfkantigen Felsbrocken in Flüssen und Bächen unternehmen, werden aus den großen Felsbrocken schon nach wenigen Kilometern rundgeschliffene Steine, nämlich Kiesel. Dauert die Reise noch länger an, wird Sand daraus. Größere Steine rollen auch über den Rand des Flußbettes heraus, während die feinen Teile als Ton und feiner Sand mitgeführt werden. Je nach dem, welche Fließgeschwindigkeit die Flüsse haben, ist sie hoch, werden große Brocken mitgeführt, nimmt sie ab, wie im Mündungsgebiet des Rheins, wird nur noch Sand und Ton transportiert.

Seine Reise beendet der Sand am Meer, wo viele Milliarden dieser Sandkörner den Sandstrand bilden, den wir besonders lieben. So gesehen, verbringen wir unseren Urlaub auf den Resten eines früher einmal riesigen Gebirges.

Es gibt ein faszinierendes Buch zum Thema Kiesgrube von einem wunderbaren Geologen:

Dr. Dietmar Meier
Buch: Expedition in eine Kiesgrube

Verlag: J.C.C. Bruns; Erscheinungsort: Minden; Erscheinungsjahr: 1999;
ISBN-Nr.: 3000042733;

In seinem Buch zeigt der Experte Dr. Dietmar Meier die Faszination einer Kiesgrube. Zahlreiche, wunderbare und ungewöhnliche Bilder illustrieren das Buch.

Dietlinde Heider


-------------- Antworten: 8 Kommentare --------------

am Donnerstag, 19. Februar , schrieb Sabine

Liebe Dietlinde,

vielen Dank für die interessante Einführung zur Entstehung des Sandes!
Ein faszinierender Gedanke, dass die kleinen Staubkörner mal Teil eines riesigen Gebirges waren.

LG, Sabine

am Donnerstag, 19. Februar , schrieb Brigitte

Hallo Dietlinde,
Steine scheinen nicht nur dich zu faszinieren. Als ich mit knapp 30 Jahren das erste Mal am Meer war, war ich nur auf der Suche nach besonderen Steinen. Am beliebtesten waren die sogenannten Hühnergötter. Meine Tochter schleppte damals richtig große Brocken an und die mussten alle mit heim :o). Kannst dir vorstellen, wie wir geschleppt haben, denn ein Auto hatten wir damals noch nicht. Ein Teil wurde mit der Post heimgeschickt. Und noch heute nehm ich mir überall einen Stein mit aus dem Urlaub. In meinem Schrank liegen schon ein Stück der Dolomiten und ein Stück Mittelmeerstrand aus Südfrankreich. Sehr schön finde ich auch Kiesel, wenn sie so schön marmoriert sind. Hach, ich gerade ins Schwärmen und tippsel dir hier alles voll. Am besten, ich fotografier die Steine heute abend und papp sie dann in mein TB. Bei dir bekommt man doch immer wieder Denkanstöße.
Tschüssi Brigitte

am Donnerstag, 19. Februar , schrieb Dietlinde

Liebe Sabine,
wie schön, dass Du die Faszination Steine und Sand mit mir teilst!
Liebe Donnerstagsgrüßchen!
Herzlichst
Dietlinde

am Donnerstag, 19. Februar , schrieb Dietlinde

Liebe Brigitte,
Du und Deine kleine Tochter frönen offensichtlich der gleichen Leidenschaft wie ich. Ich kann mir lebhaft vorstellen, welchen Streß es mit der Beförderung der Steine nach Hause gab. Es ist einfach ein unglaublich schönes Hobby, die Vielgestaltigkeit der Steine zu bewundern und durch ein kleines oder etwas größeres Steinchen eine handfeste Erinnerung an einen schönen Urlaub in dieser Gestalt aufzubewahren.
Ich bin ganz gespannt auf Deine Aufnahmen, die Du uns zeigen wirst, und ich komme ganz bestimmt heute abend bei Dir vorbei. Das lasse ich mir nicht entgehen.

"Liebe steinreiche Grüßchen für Dich!
Herzlichst
Dietlinde

am Samstag, 21. Februar , schrieb frizztext

sand ist zerriebene zeit - aber adorno sollte man nicht so häufig in einzelne zitate zerreiben - sondern am besten im massiven gesamtfelsblock konsumieren - das mein vorschlag zu deinem interessanten link-wink

http://www.heise.de/newsticker/meldung/44771

am Montag, 23. Februar , schrieb Elke

Hallo liebe Dietlinde,
wie schön du den Sand beschreibst; ich teile deine Leidenschaft und der schönste Sand, den ich jemals unter den Füssen hatte, war im Herbst 2003 der auf den Malediven. Aber ich liebe auch Kiesel. Ich weiß noch, wie ich mal in Italien an einem Flüsschen Kiesel gesammelt habe. Ich wollte sie zuhause polieren, aber das macht man ( mache ich )dann ja doch nicht. Obwohl man nur so den Glanz des feuchten Kiesels wieder bekäme.
Liebe Grüsse
Elke smile

am Montag, 23. Februar , schrieb Dietlinde

Liebe Elke,
wie schön, auch du !
War der Sand fast weiß und ganz weich, auf den Malediven?

Ich habe einige Kiesel von der Ostsee mit durchsichtigem Nagellack überzogen und sie glänzen immer noch. War aber bloß ein Experiment, weil eigentlich nur alles Naturbelassene echt wirkt.
Liebe Grüßchen
Dietlinde smile

am Dienstag, 24. Februar , schrieb Elke

Ja liebe Linde, der Sand war ganz weiß und ganz weich - ein Traum.

Elke


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