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Gedanken zwischen Himmel und Erde


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11/02/2004: "Kindheitserinnerungen des Philosophen Karl Jaspers"


Am Dienstag Abend habe ich in 3Sat ein beeindruckendes Selbstporträt von Karl Jaspers gesehen. Ich fand es so interessant, dass ich mich entschloß, das, was mich besonders faszinierte, in diesem Text festzuhalten.

Geboren wurde Karl Jaspers am 23.Februar 1883 in Oldenburg (Oldenburg). Sein Vater war Bankdirektor, hat aber später seinen Posten aufgegeben, weil er sich zu sehr eingeengt fühlte durch Vorgesetzte. Er widmete seine freie Zeit der Malerei.

Der kleine Karl lebte in den Marschen und kannte bis zu seinem 5. Lebensjahr nicht das Meer. Erst bei einem Urlaub auf einer der friesischen Inseln unternahm sein Vater mit ihm eine Wattwanderung. Daran konnte sich Jaspers in seiner Erzählung über seine Kindheitseindrücke noch lebhaft erinnern, weil das der erste Anblick des unendlichen Meeres war, welches ihn so tief beeindruckt hatte.

Dieses Bild der Unendlichkeit suchte er immer wieder bei seinen späteren Reisen in die Mittelgebirge. Aber die Weite des Horizonts war für ihn durch Berge verstellt. Noch mehr störte ihn, als er in der Schweiz die Alpen sah, dass sie gar keinen Blick zum Horizont freiließen.

Größtes Vertrauen hatte er zu seinem Vater, der ihn für damalige Verhältnisse ganz ungewöhnlich erzog. Es gab zwar auch Verbote in der Familie, die Karl nicht verstand. Der Vater verlangte jedoch keinen blinden Gehorsam, sondern erklärte ihm, warum dieses oder jenes Verbot für ihn gut sei.

In der Schule hatte Jaspers Schwierigkeiten mit seinem Direktor, weil dieser verlangte, dass er sich bei seinem Turnlehrer entschuldigen sollte, der ein Attest von Jaspers Hausarzt nicht anerkennen wollte. Karl litt an einer schweren Lungenkrankheit. Der Direktor drohte mit Schulverweis, falls er sich nicht bei seinem Turnlehrer entschuldigen würde. Karl war sich keines Vergehens bewußt. Er löste dann für sich selbst die schwierige Angelegenheit, indem er zum Turnlehrer sagte: "Auf Anweisung vom Herrn Direktor soll ich mich bei ihnen entschuldigen".

Auch später, als Professor hat er an seinen Überzeugungen immer festgehalten, auch wenn er mit seiner Meinung allein stand.

Dietlinde Heider

-------------- Antworten: 1 Kommentar --------------

am Mittwoch, 11. Februar , schrieb frizztext

vergleicht man heidegger mit jaspers, ist mir der letztere der sympathischere, weil er sich gegen die machtgelüste der nazis zur wehr setzte - heidegger demgegenüber leider gar nicht. dennoch hat mir an der jener jaspers-sendung vorauslaufenden heidegger-dokumentation gefallen, dass er hervorschälte, dass naturwissenschaften intellektuell funktionieren, existenzielles DENKEN aber wohl weiterhin von den philosophen geleistet werden müsse. auch wurde mir durch die gezeigten interviews noch deutlicher, was HEIDEGGER mit SEINSvergessenheit bezeichnen wollte - kein schlechter, gesellschaftskritischer ansatz wie ich zugeben muss...
man darf auf den film über BLOCH gespannt sein; und weil so wenig frauen unter den philosophen vorkommen (außer hannah arendt und ursula pia bausch (KANT))
- sei mir erlaubt ein kleiner zaghafter hinweis auf ein frauenleben:
www.frizztext.de/etta_baker.html


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