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Gedanken zwischen Himmel und Erde



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18/01/2004: "Erdbeerduft"


Mein Großvater ist ganz stark mit meiner Kindheit verbunden. War er es doch, der mich die Waldgeheimnisse lehrte. Unvergessene Ausflüge in unseren nahegelegenen Wald habe ich mit ihm unternommen. Walderdbeeren-Sammelngehen mit ihm, das war immer eine Freude für mich.

Entweder schon in den Morgenstunden oder auch gleich nach dem Mittagessen, brachen wir mit zwei Milchkannen auf. Jeder hatte auch noch ein kleines "Pflück-Tüpfel", so hieß es, mit. Das war ein Gefäß aus Aluminium. Es fasste ungefähr einen viertel Liter und sah aus, wie eine grosse Tasse. War dieses "Tüpfel" vollgepflückt, so leerte man es in die Milchkanne aus. Opa wusste wo die besten "Erdbeerfleckchen" im Wald waren und jedes Jahr suchten wir diese ertragreichen Stellen wieder im Wald auf. Diese Plätze, wo man pflückte, verriet man nie. Falls jemand fragte, wo man so viele Erdbeeren gefunden habe, gab man nur ganz ungenaue und weitläufige Angaben preis.

Eine sonnenbeschienene Lichtung mit hohem, oft dürrem Gras, und einzeln stehenden Überständern, war meine liebste Stelle, auf der ich pflückte. Ich habe heute noch den Erdbeerduft in der Nase, der über dieser Lichtung schwebte und sie durchtränkte, ein süßer, von der heißen Sonne hervorgerufener Erdbeergeruch, den ich nur an dieser Stelle so intensiv wahrgenommen habe, der aber alle Erdbeerpflückerlebnisse durchzieht, begleitet und umhüllt.

Dietlinde Heider

-------------- Antworten: 4 Kommentare --------------

am Sonntag, 18. Januar , schrieb Brigitte

Ich seh es noch vor mir. Genau so bin ich mit meiner Oma zum Heidelbeerpflücken gegangen. Und weil immer zwischendrin eine Ladung in den Mund verschwand, wurde die Kanne nie voll :o).
Tschüssi Brigitte

am Sonntag, 18. Januar , schrieb Dietlinde

Liebe Brigitte,
freue mich über Dein nettes feedback. Sind das nicht herrliche Kindheitserinnerungen?

Liebe Grüße
Dietlinde

am Sonntag, 18. Januar , schrieb Elke

Wie schön, Dietlinde!
So etwas ähnliches habe ich viel später erlebt. Es war im Sommer 1978; das Jahr indem ich geheiratet habe. Wir fuhren mit Freunden und einem Boot hinauf in die schwedische Wildnis. Es war August und die Erdbeeren dort gerade reif. Unser Häuschen lag mitten im Wald, mitten in Heidelbeeren und unweit von Erdbeerfeldern. "Joddgübbars", heißen die auf schwedisch, jedenfalls hab ich das akustisch noch so im Ohr *lächel*.
Und lecker waren die!!!
Herzliche Grüsse
Elke

am Sonntag, 18. Januar , schrieb Dietlinde

Liebe Elke,
Erdbeeren und Heidelbeeren im Wald und in der Wildnis, auch in Schweden und gerade für Dich in Schweden sind unvergessliche Erlebnisse, wie es scheint. Auf den ersten Blick nichts so umwerfendes, aber die Natur sorgt dafür, dass ihre Früchte uns in Erinnerung bleiben, und heute sind wir ihr noch einmal von Herzen dankbar dafür.

Liebe Sternengrüßchen
Dietlinde


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