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Gedanken zwischen Himmel und Erde


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16/01/2004: "Dem Leben zugewandt"


„Der alte Mann und das Meer“, war der Roman mit dem Hemingway Weltruhm erlangte. Die Geschichte ist schnell erzählt.
Ein Fischer, der stets hinausfuhr aufs Meer, wartete darauf Tag für Tag, den Fang seines Lebens zu machen. Viele Jahre erfüllten sich seine Hoffnungen nicht. Er fing kleine Fische, die es ihm erlaubten seinen Lebensunterhalt damit zu fristen. Doch eines schönen Tages gelang ihm der langerwartete und ersehnte große Fang seines Lebens. Ein riesengroßer Fisch biß an und der zähe Kampf mit ihm begann. Obwohl der Fischer alle seine Kräfte und seinen ganzen Willen aufbot, blieb der große Fisch Sieger. Zu klein war sein Boote, um den großen Fisch hineinzerren zu können. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als ihn längsseits seines Bootes zu nehmen und sich auf die Heimfahrt zu begeben. Sehr stolz über seinen großen Fang, obwohl zutiefst erschöpft, erreichte er sein Heimatufer. Doch welch schlimme Entdeckung musste er nun machen. Vom großen Fang seines Lebens war kaum mehr etwas übrig, außer der Schwanzflosse und dem Skelett. Die Haie hatten alles andere gefressen.

Geht es uns nicht oft genauso, dass wir uns abmühen und quälen und nach dem großen Fang des Lebens trachten? Diese Sehnsucht ist in uns allen. Das Meer des Lebens ist der Tummelplatz, in dem die reiche Beute winkt. Wir hoffen auf einen Glücksgriff, auf den Erfolg. Unter Aufbietung aller unserer Kräfte vollbringen wir Beachtliches und schaffen Werte, die wir längseits an unser Boote des Lebens nehmen... .

Doch wie schnell verbraucht sich unser Leben. Unsere Erfolge sind schneller vergessen, als uns lieb ist. Wir setzen auf Menschen, die uns genommen werden, oder man entfremdet sich. Der Kick der Freude und des Spaßes nutzt sich schnell ab. Am Ufer des Lebens angelangt, stellen wir fest, Widrigkeiten des Alltags und die Vergänglichkeit des Seins, haben den großen Fang zerstört, abgenagt. Nichts als ein dürres Gerippe bleibt, jedenfalls wenn man Hemingways Geschichte folgt.

Im Haben löst sich niemals die Sinnfrage unseres Lebens, auch nicht im Erreichen, Gewinnen und im Sicherheitsstreben. Sie löst sich darin, dass der Mensch sich angenommen fühlt und erfährt, dass sein Leben in der Hand unseres Schöpfers liegt. In verschiedenen Religionen wird er anders genannt, aber er ist doch immer das höchste Wesen, der höchste Geist, in dem wir uns geborgen fühlen können, der uns Kraft gibt, schwierige Situationen zu meistern und uns dazu einlädt, schöne Erlebnisse und Stunden der Freude in unserem Leben zu genießen. Das ist der rote Faden in unserem Leben, der Sinn und Erfüllung gibt.

Dietlinde Heider


-------------- Antworten: 3 Kommentare --------------

am Samstag, 17. Januar , schrieb frizztext

Geht es uns nicht oft genauso, dass wir uns abmühen und quälen und nach dem großen Fang des Lebens trachten? Diese Sehnsucht ist in uns allen. Das Meer des Lebens ist der Tummelplatz, in dem die reiche Beute winkt. Wir hoffen auf einen Glücksgriff, auf den Erfolg. Unter Aufbietung aller unserer Kräfte vollbringen wir Beachtliches und schaffen Werte, die wir längseits an unser Boot des Lebens nehmen... .

frizzcomment: längsseits an meinem boot www.frizztext.de/suchen-foren.html ist zum beispiel dein tagebuch und das von childrentooth - auch eines mit kommentarfunktion - um die ich euch beneide ...

am Sonntag, 18. Januar , schrieb Brigitte

Hallo Dietlinde,
du hast recht, man muss weitermachen :o) und irgendwann lern ich das auch noch. Warum zähl ich eigentlich ständig Silben?

Flocken tanzen sacht
die Welt in Weiß verhüllend
alles ist so still.

Ich wünsch dir einen schönen Sonntag.
Tschüssi Brigitte (blechi :o))

am Sonntag, 18. Januar , schrieb Dietlinde

Liebe Brigitte,
Überraschung!
Mit "Flocken tanzen sacht",
ist Dir ein wunderbares Haiku gelungen. Sehr, sehr schön!
Danke Dir und wünsche Dir ebenfalls einen schönen Sonntag und Wochenanfang.

Wir wandern heute im Taunus.

Grüßchen
Dietlinde


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