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Gedanken zwischen Himmel und Erde


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06/01/2004: "Blumendienst"


Die gepressten Katzenpfötchen, die ich in meinem Gedichtsbuch wiederfand, die aus früherer Kindheit stammten, erinnerten mich auch an unseren „Blumendienst“ in der Volksschule. Mein Vater, auch gleichzeitig mein Lehrer in den ersten 4 Klassen der Volksschule, hatte für uns Schüler in den Klassenzimmern den „Blumendienst“ eingeführt. Auf den Fensterbrettern waren alte Gläser und Fläschchen mit Wasser gefüllt worden. Darin steckte jeweils eine Blume, ein Gras, über deren Stängel ein Etikett mit dem Namen gezogen war. Jeden Tag wurde das Wasser gewechselt und wenn die Blume, das Gras verblüht war, entsorgt. Diese Wartung der Blumen nannten wir Blumendienst, und in jeder Woche war ein anderes Kind an der Reihe, das diesen „Dienst“ zu übernehmen hatte.

Wir durften Gräser und neue Blumen selbst bestimmen anhand eines einmaligschönen Blumenatlasses den ich in mein Herz geschlossen hatte, den ich sehr bewunderte, und den es zu der Zeit nur bei uns in der Schule gab. Er bestand aus einer Attrappe eines aufklappbaren Buches, das einen grünen Ledereinband hatte. Das Titelblatt war ein Bild einer lilafarbenen Iris. Die Form des Buches war ein großer Kasten. Öffnete man den Deckel, so lagen 100 einzelne Blätter mit je einer einzelnen Blumenzeichnung, herrlich koloriert, und dem Namen der Blume in dem Kasten, und auf der Rückseite des Blattes war die Beschreibung der Pflanze zu lesen. Wo ihr Standort war, in Wald, Wiese, Feld, Sumpf, Meer, Berg oder Tal. Hatten wir nun ein neues Gras, eine neue Blume entdeckt, die wir noch nicht kannten, so durften wir diesen Blumenatlas aus dem Schrank holen, und das Blatt heraussuchen, auf dem die Blume unserem Fund ähnlich sah, sie selbst bestimmen, und den Zettel mit Namen an der Blume, am Gras anbringen. Dafür schnitten wir zwei schmale Ritze in den Zettel mit Namen und steckten den Stängel hindurch. War alles fertig bestimmt, wurde es meinem Vater gezeigt. Hielt der Name der Überprüfung stand, wurde eine neue Blume, ein neues Gras auf diese Art und Weise gelernt.

Ich habe versucht, und es hat mir viel Freude bereitet, mich an die Namen der Gräser zu erinneren, die bei uns wuchsen, um sie hier aufzuschreiben, die ich damals auf diese Art und Weise gelernt habe und nicht mehr vergessen habe.
Also ich beginne mal mit Kammgras, Wiesen-Hafer, Riesen-Schwingel, Wiesen-Schwingel, Knäuelgras, Wolliges Honiggras (ganz weich und rötlich, mochte ich besonders). Wiesen-Fuchsschwanz, Zittergras(auch das liebt ich sehr). Ährenrispengräser, Glatthafer, Rohrschwingel, Liesch-Gras, Wald-Schwingel, gemeines Ruchgras, Perl-Gras und Wimpern-Perlgras. All diese Gräser zu unterscheiden, lernte ich schon ganz früh auf diese Art und Weise und mit großer Entdeckerfreude.

Dietlinde Heider

-------------- Antworten: 2 Kommentare --------------

am Mittwoch, 7. Januar , schrieb e.-Peter Rommerskirchen

Salü Dietlinde,
der 6.Januar wird in vielen Gegenden als Dreikönigstag begangen.Hier in der Schweiz, ist in kath. Gegenden vor ca 50 Jahren ein alter Brauch von der Bäckerzunft wieder ins Leben gerufen worden.
Den Dreikönigskuchen.
Es werden aus einem Hefeteig (können Rosinen und Mandelsplitter darin sein)Kugeln geknetet. Je nach Grösse der Backform
kommen 6 - 10 Kugeln hinein. In eine dieser Kugeln ist eine Figur eingebracht, die einen König darstellt. Das Ganze wird nun gebacken,
mit Mandelscheiben und groben Zuckerkörner verziert. Frisch gebacken kann sich jeder ein Stück nehmen. Wer die kleine Figur erwischt darf die beigelegte Krone tragen und ist einen Tag lang König, ob in der Familie oder auch im Büro.
Ich habe es heute mal wieder nicht geschafft. Das macht aber nichts.
Es liebs Grüessli us dr Schwyz und gute Nacht.
e.-Peter

am Mittwoch, 7. Januar , schrieb Dietlinde

Lieber Peter,
herzlichen Dank für Deinen Beitrag zum Dreikönigstag, in dem du einen wunderbaren Brauch aus der Schweiz schilderst.
Krone hin, Krone her. Ich kenne ein Lied: "Froh zu sein bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König".
Sogesehen bist Du ein "König".

Liebe Grüße
Dietlinde


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