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27/12/2003: "Die Überraschungen gehen weiter"
Am darauffolgenden Weihnachtsfest gab es wieder ein große Freude. Aus einem Paket für mich, kam ein "Puppenofen" zum Kochen zum Vorschein. Die Überraschung war perfekt! Ich erinnere mich auch noch, dass ich mit meinen Freundinnen, Gerlinde und Sieglinde, wir waren drei "Linden" in unserem Ort, fast gleich alt, oft Haferflocken und Milch mit Zucker und Kakao, darauf kochten.
Und der Freuden noch nicht genug, kam ein kleines aus Peddigrohr geflochtenes Babykörbchen mit zwei Griffen, das mein Vater hergestellt hatte, aus einem Paket zum Vorschein. Meine liebe Oma hatte dieses Körbchen mit entzückendem Bettzeug ausgestattet, das sie wieder selbst angefertigt hatte. Dort hinein kam meine heissgeliebte Babypuppe Rapunzel.
An sie habe ich ganz liebevolle Erinnerungen und auch ein paar schmerzliche, denn sie hatte einen Hummel-Porzellankopf ohne Haare und ein ganz liebes Gesichtchen. Es war einfach nicht zu vermeiden, dass mir dieses Püppchen auch einmal aus der Hand glitt und schon gab es Scherben. Immer wieder wurde dann das Köpfchen von Rapunzel geklebt und ich konnte dann weiter mit ihr spielen, bis zu dem Tag, an dem meine Mutti meinte, Rapunzel müsse einen neuen Kopf bekommen und zwar aus "Schildkröt". Ich könnte mir weiter nichts darunter vorstellen und willigte ein. Da war dann die Trauer gross, als mich nach einigen Wochen, sie wurde eingeschickt zu einem "Puppendoktor", ein ganz fremdes Baby anschaute mit einem viel kleineren glatten Köpfchen. Kein Lächeln lag mehr auf seinem Gesichtchen und eigentlich war es nie mehr mein Baby Rapunzel. Da spürte ich zum ersten Mal einen tiefen Verlust und merkte, dass auch Puppen, bzw. Puppenköpfe nicht beliebig austauschbar sind, sondern, dass Puppen kleine Spiel-Wesen für Kinder sind und ganz charakteristische Eigenschaften haben, die man als Kind liebt.
Dietlinde Heider


