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Gedanken zwischen Himmel und Erde


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24/12/2003: "Warten auf das Christkind"


Als ich darüber nachdachte, was besonders schön war in meiner Kindheit, bevor das Christkind kam, fiel mir das Ritual ein, das immer bei uns zu Hause ablief am hl. Abend. Es war das "Warten auf das Christkind".

Nachdem ich mich schön angezogen hatte für den Christabend, ein dunkelrotes Samtröckchen, dazu ein weisses Blüschen, frisierte ich meinen Pferdeschwanz neu und band eine schöne dunkelrote Samtschleife darum. Schnell lief ich die Treppen nach oben hinauf in das Küchenstübchen meiner Grosseltern, die schon auf mich warteten. Meine Eltern waren in der Zwischenzeit im Wohnzimmer verschwunden, das verschlossen war. Nun galt es für meine Grossmutter meine Ungeduld mit Geschichten aus ihrer Kindheit, wie sie damals auf das Christkind wartete, etwas zu zügeln. Es gelang ihr nur schwerlich. Ausserdem stellte ich immer wieder Spekulationen darüber an, ob meine Wünsche wohl in Erfüllung gehen würden, und versuchte Oma zu Äusserungen zu verführen, die einen klitzekleinen Hinweis geben könnten darauf. Aber meine Grossmutter war vorsichtig und verriet nie etwas, obwohl sie an den Geschenken, die das Christkind brachte, ganz speziell beteiligt war.

Dieses halbe Stündchen vor der Bescherung war so schön und spannend. Ich spüre die Freude der Erwartung und das Geborgensein bei meinen Grosseltern noch so deutlich und diese Vorfreude war fast noch spannender und schöner, als die Erfüllung meiner Wünsche. Zwischendurch spitzte ich immer schon mal meine Ohren, um endlich das ersehnte Zeichen für die Bescherung zu hören. Da, endlich ertönte das Klingeln des Glöckchens. Das Christkind war dagewesen! Ich lief so schnell ich konnte die Treppe hinunter.

Dietlinde Heider



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