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Gedanken zwischen Himmel und Erde


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13/12/2003: "Ein überraschendes Erlebnis"


Gestern habe ich eine wunderbare Geschichte erlebt.
Meine Morgen- und Vormittagsspaziergänge habe ich in meinem Tagebuch schon öfters erwähnt.
Einen solchen hatte ich gestern wieder unternommen bei schönstem blauen Himmel und sehr milden Temperaturen. Ich war schon am Rückweg und ging an einer Wohnung vorbei, dessen Terrasse und Fenster zum Gehsteig gelegen sind. In dieser Wohnung hatte immer ein alter Herr allein gewohnt, dessen rosa Geranien ich in jedem Sommer bewundert hatte. Es war die Sorte Helene. Wer sie kennt, weiß wie wunderschön sie blüht. Darüber und über andere Dinge hatten wir oft gesprochen.

Seit dem Herbst waren die Rolläden dort immer geschlossen gewesen, und ich wußte nicht, wo er geblieben war, der alte Herr.

Seit einiger Zeit war wieder Leben in dieser Wohnung. Es standen andere Blumen am Fenster und andere Vorhänge waren angebracht worden.

Heute nun, sah ich eine Frau an den Fenstern herumwischen, die etwas geöffnet waren, und ich faßte mir ein Herz und fragte sie nach dem alten Herrn, der vorher hier gewohnt hatte. Er sei im Altenheim und sie hätte von der Gemeinde diese Wohnung gemietet. Sie erzählte mir noch ein wenig von sich, wie es ihr ginge. Dass sie gerade in Rente gegangen sei und dass es ihr schwer fiel, nun zu Hause zu sein. Sie sei allein.

Während sie erzählte ertönten in ihrem Zimmer einige Klänge, und ich sagte: "Oh, wir müssen aufhören zu erzählen, bei ihnen hat es geläutet". Daraufhin lächelte sie und sagte: "Das ist nicht meine Türglocke, das ist mein Engel". Ich war erstaunt. "Wieso ihr Engel"?, fragte ich verblüfft."Momentmal", sie drehte sich vom Fenster weg, machte ein paar Schritte in ihre Wohnung und hielt mir strahlend einen weißen Holzengel, etwa 20 cm groß mit einer Trompete entgegen, der auf einer Spieluhr stand. "Der hat gespielt". Ich fragte: "Warum hat denn der Engel jetzt gespielt"? "Das weiß ich auch nicht", sagte sie. "Er spielt sonst nur, wenn ich ihn aufziehe". Gestern Abend habe ich ihn meinen Enkeln vorgespielt. Seit dem nicht mehr. Sie brachte mir noch weitere drei kleine Engel, die sie im Flur aufgehängt habe, wie sie sagte, zur Adventszeit.

Daraufhin führten wir ein wunderbares Gespräch über Engel und ich entdeckte in ihr eine liebenswerte Gesprächspartnerin, die offensichtlich das Thema Engel liebte. Ich ging auch noch einmal im Gespräch mit ihr darauf ein, dass sie nun sehe, dass sie doch gar nicht allein sei. Jedenfalls lächelte sie, als ich mich verabschiedete, und ihr vorher trauriges Gesicht war fortgewischt, und sie wirkte ganz verändert.

Ich fand die Geschichte so außergewöhnlich, dass sich ihr Spieluhr-Engel mit Glockenklängen bemerkbar gemacht hatte, und wenn ich sie nicht selbst gerade gestern Vormittag erlebt hätte, diese wunderbare Geschichte, hätte ich gesagt, "Das gibt es doch gar nicht". Scheint es doch zu geben. Ich war selbst dabei!

Dietlinde Heider

-------------- Antworten: 5 Kommentare --------------

am Samstag, 13. Dezember , schrieb dornrosis

Eine zauberhafte wunderbare Geschichte hast du da erzählt. Berührt mich sehr, weil ich gerade eine ähnliche verwunschene Geschichte erlebt habe. Ist es nicht fast magisch, was das Leben so in seiner Zaubertüte für uns versteckt?

Magische Zaubermärchensterne schickt dir dornrosis

am Samstag, 13. Dezember , schrieb Dietlinde

Liebe dornrosis,
gerade die unvorhersehbaren kleinen Geschehnisse sind so beglückend, wenn wir sie als zauberhaftes Geschenk annehmen, so wie Du es auch erlebt hast. Es sind nie die Ereignisse allein, die ausschlaggebend sind, sondern wie wir sie verstehen anzunehmen, wie wir darauf reagieren, was für einen Sinn wir ihnen geben,
damit sie Früchte für uns bringen. Das Geheimnisvolle, Zauberhafte, erhöht den Reiz und bewirkt, dass wir das Aussergewöhnliche lange in Erinnerung behalten.

Dein "zauberhafter" Kommentar hat mich ganz besonders gefreut.

Liebe Sterntalergrüße für Dich, um bei unseren märchenhaften Bildern zu bleiben.

Herzlichst
Dietlinde

am Sonntag, 14. Dezember , schrieb Wolfgang

Ja, liebe Linde, es gibt (und gab schon immer) halt doch noch einige Dinge zwischen Himmel und Erde, die nicht rational erklärbar sind. Solche "Zufälle" geschehen wirklich immer zum richtigen Zeitpunkt. Wenn ich könnte, würde ich mir Zeit nehmen, einmal ein Buch darüber zu schreiben ...
Liebe Grüße aus Wien
Wolfgang

P.S.:
Passend zu deiner lieben Geschichte die Strofe des heutigen Andventliedes:
So nehmet Euch eins um das andere an
Wie auch der Herr an uns getan.
Freut Euch! ...

am Sonntag, 14. Dezember , schrieb Dietlinde

Lieber Wolfgang,
danke Dir für Deine lieben Grüße aus Wien und für Dein verständnisvolles feedback zu meinem Erlebnis.
Schön, dass Du dem Thema "Zufall" besonders positiv gegenüber stehst und sicher auch schon Dinge erlebt hast, die "zufällig" im richtigen Augenblick geschehen sind. Wenn Du gerne ein Buch über dieses Thema schreiben würdest, dann findest Du diese Art der Geschehnisse sicher auch äußerst interessant und beachtenswert.

Die Strofe Deines Adventsliedes "So nehmet Euch eins um das andere an", die so passend ist zu meinem Erlebnis, ist eine wunderbare Ergänzung zum Thema "Mitmenschen".

Schön, dass Du immer wieder Zeit findest in mein Tagebuch hineinzuschauen. Das freut mich sehr!

Ich wünsche Dir, dass Du den heutigen Adventssonntag genießen mögest
und sende Dir liebe Sonnenscheingrüße.
Herzlichst
L i n d e

am Mittwoch, 17. Dezember , schrieb Monika

Liebe Dietlinde,
Dein Erlebnis mit der Frau und dem Engel hat mich tief berührt.

Da wo Menschen miteinander liebevoll und mitfühlend umgehen, da werden Engel angezogen, die sich dann bemerkbar machen und ihrer Freude Ausdruck geben. Das sind wundervolle Momente, die nicht zufällig geschehen, sondern weil Liebe von einem Menschen zum andern geflossen ist.

Ich danke dir, liebe Dietlinde, dass du dieses Erlebnis ins Tagebuch geschrieben hast, damit alle daran teilhaben dürfen und vielleicht aufmerksam werden in ihrer nächsten Umgebung, wie wundervoll Engel zu wirken vermögen. smile

Ganz liebe Grüsse
Monika


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