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Gedanken zwischen Himmel und Erde



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05/12/2003: "Nikolaus"


Ich habe die besten Erinnerungen an den Nikolaus aus meiner Kindheit. Am 5. Dezember abends stellte ich immer einen tiefen Teller vor meine Kinderzimmertür und am nächsten Morgen war er gefüllt mit Plätzchen, Walnüssen, einem Glas saure Gurken und Zartbitterschokolade (unvergesslich). Der Nikolaus kannte offenbar meine besonderen Vorlieben, was mich schon anfänglich verwunderte. Übrigens, die Leidenschaft für Zartbitterschokolade ist geblieben. Natürlich geniesse ich sie nur in winzigster homöopathischer Dosis.

Ich hatte aber doch immer ein wenig Angst, der Nikolaus könnte einmal vergessen, meinen Teller zu füllen, und deshalb stand ich immer schon in der Nacht auf, weil ich gar nicht bis morgens warten konnte vor lauter Neugier, und vergewisserte mich, ob auch mein Teller gefüllt sei, der vor meiner Zimmertür stand. Immer war es der Fall, und ich schlief wieder ganz glücklich ein. War es doch ein Zeichen, dass der Nikolaus das Jahr über mit mir zufrieden gewesen sein musste. Dieses nächtliche Intermezzo mit meinem Nikolausteller habe ich niemandem verraten, weil "brave" Mädchen so etwas auf gar keinen Fall tun dürfen. Neugierig sein! Wo gibt es denn so etwas! Es hat mich auch in all den Jahren meiner Kindheit niemand ertappt bei meinen nächtlichen Kontrollgängen in der Nikolausnacht. Diese Spannung liebte ich auch ein wenig.

Am 6. Dezember nachmittags kam der Nikolaus dann noch einmal persönlich zu mir und wollte gerne ein Gedicht hören, was ich auch immer gut aufsagen konnte. Als Belohnung fürs "Brav-Sein" zog er dann aus seinem Sack für mich eine Flasche Apfelsaft und eine Büchse Ananas. Diese Leckereien gab es sonst nur noch zum Geburtstag. Was mich etwas verwunderte war, dass der Nikolaus auf der linken Wange eine Narbe hatte, genau wie mein Papa. Was für ein Zufall! Beim zweiten Mal, als der Nikolaus kam, achtete ich noch genauer auf sein Gesicht. Da war ich mir dann sicher, wer der Nikolaus war, aber ich verriet nie mein Wissen darüber und spielte immer schön mit.

Dietlinde Heider

--- Ergänzung zum Thema ----------------

Mich hat der hl. Nikolaus gedanklich beschäftig. Denken wir doch immer noch an ihn und seine "guten und barmherzigen Taten", an sein liebevolles Herz mit dem er damals Kinder und Arme beschenkte, obwohl darüber Jahrhunderte vergangen sind.

Wir sollten wünschen ähnlich zu wirken.

Was bleibt schon was bleibt
vom gelebten Leben als
verschenkte Liebe...

Dietlinde Heider

-------------- Antworten: 4 Kommentare --------------

am Samstag, 6. Dezember , schrieb Elke

Guten Abend Dietlinde,
dank Engelbert habe ich heute dein Tagebuch gefunden und freue mich darüber. Ich mag Haikus und ich mag, wie du Dinge erzählst.
Ich wünsche dir noch einen schönen Nikolausabend mit Zartbitterschokolade in homöopathischer Dosis *gg*,
Elke smile

am Samstag, 6. Dezember , schrieb Dietlinde

Liebe Elke,

Engelbert sei Dank! Er hat eine wunderbare Page und ist ein sehr netter e-mail-Freund!

Wie schön, dass Du mir so ein nettes feed-back gibst, liebe Elke. Das freut mich ganz besonders!

Ich habe mir schon überlegt, ob ich nicht an so einem Gedenktag, wie an Nikolaus, mal meine guten Vorsätze vergessen sollte, und doch vielleicht die doppelte homöopathische Dosis wagen sollte. smile

Liebe Grüsse
Dietlinde

am Samstag, 6. Dezember , schrieb dornrosis

Liebe Dietlinde,
deine Nikolauserinnerungen finde ich köstlich und saure Gurken, was für eine Idee, das habe ich noch nie gehört. Dein Nikolaus kannte dich gut. Als ich Kind war, kam der Nikolaus oft persönlich und es war immer sehr spannend. Schon als kleines Mädchen mußte ich ein Gedicht aufsagen "Von draussen vom Walde komm ich her..." Habe ich immer sehr gerne gemacht. Übrigens, die Idee mit dem Tagebuch ist toll, da komm ich bestimmt noch öfter zum Stöbern. l.G. dornrosis

am Sonntag, 7. Dezember , schrieb frizztext

liebe linde,
"... am nächsten Morgen war er gefüllt mit Plätzchen, Walnüssen, einem Glas saure Gurken und Zartbitterschokolade (unvergesslich). Der Nikolaus kannte offenbar meine besonderen Vorlieben, was mich schon anfänglich verwunderte..."

schön, deine vater-erinnerungen (narbe im gesicht); damit tratest du auch bei mir eine vater-erinnerung locker: der hatte nämlich den fehler gemacht, die putzfrau des büros zu überreden, vor mir den nikolaus zu mimen. die putzfrau nutzte die chance schamlos aus, meinen vater mit der rute in der hand zehnmal um den küchentisch zu jagen ...


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