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Gedanken zwischen Himmel und Erde


Startseite » Tagebuch-Archiv » November 2003 » 60. Haiku-Seminar am 8.11.2003 in Frankfurt/Main

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13/11/2003: "60. Haiku-Seminar am 8.11.2003 in Frankfurt/Main"


Das Seminar wurde ausgerichtet von Frau Erika Schwalm, Deutsche Haiku Gesellschaft, und von der Deutsch Japanischen Gesellschaft. Dieses 60. Haiku-Seminar, an dem ich auch am Wochenende teilnahm, war ein besonders, denn 10 japanische Damen und der japanische Professor Hakucho Ito San, aus Tokio, der Lehrer des Shigi-Haikukreises, waren angereist, um sich mit unserem Haikukreis auszutauschen. Ihr Kommen galt auch als Gegenbesuch, denn unsere Gruppe hatte sie vor schätzungsweise 2 Jahren in Tokio besucht.

Professor Ito San referierte über die Unterschiede zwischen japanischen und europäischen Haiku. Goethe und Rilke nannte er als größte deutsche Dichter, die in ihrer Lyrik naturbezogen gewesen seien. Er hofft, eine Brücke zu bauen zwischen den Kulturen. Der Vortrag von Prof. Ito San erfolgte auf japanisch mit vielen Gesten und fröhlichem Gesicht, während eine Dolmetscherin übersetzte. Schön, den Höhen und Tiefen der japanischen Sprache zu folgen! In Japan gibt es eine riesige Anzahl von Haikukreisen, berühmte und weniger berühmte. Um von einem niedrigeren Rang dieses Kreises in einen höheren zu wechseln, muss man eine Prüfung bestehen, um aufgenommen zu werden.

Frau Erika Schwalm, die Leiterin unseres Seminars, fragte Prof. Ito San, ob wir Europäer auf der imaginären Brücke, die zwischen den Kulturen bestehen sollte, erst am Anfang stünden, oder ob schon vielleicht die Mitte erreicht sei. Prof. Ito San brach in schallendes Gelächter aus. Er sah den Standort der Europäer auf der Brücke der Kulturen schon so weit fortgeschritten, dass Europa schon bald das fernöstliche Ufer erreicht haben würde.

Nach diesem Vortrag überreichte Frau Erika Schwalm das Gastgeschenk für Herrn Prof. Ito San. Es bestand aus Drucken von alten Stichen, die verschiedene Soldatenuniformen aus Hessen zeigten. Prof. Ito San lachte wieder von Herzen und zeigte sich hocherfreut.

Nun begann das freie Haikudichten. Das Überraschungsthema hieß „Laub“. Die Shigi-Haikugruppe sowie auch unsere Gruppe verfassten eifrig Haiku. Die japanischen Damen hatten kleine Scheren zur Hand und schnitten weiße, schmale Streifen aus Papier, auf die sie ihre Haiku in schönsten japanischen Schriftzeichen malten.

Die japanischen Damen und Prof. Ito San standen auf, nannten ihren Namen und lasen ihre Haiku vor, was auch unsere Gruppe tat. Zum Übersetzen war dann leider keine Zeit mehr, weil es in das nahegelegene Restaurant „Eat and Art“ ging, wohin die Shigi-Gruppe von uns eingeladen war. Dort hatten sie selbstangefertigte Shigi-Haiku für uns ausgestellt und zum Kauf angeboten. Ein interessantes, eher außergewöhnliches Haiku-Seminar war zu Ende gegangen.

Ein „Laub-Haiku“, das ich im Seminar geschrieben habe, möchte ich hier gerne noch präsentieren:

Rascheln im Herbstlaub,
ein kindliches Vergnügen,
das die Natur schenkt......

Dietlinde Heider



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