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Gedanken zwischen Himmel und Erde



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09/11/2003: "Espenlaub"


Heute fiel mir eine Espe bei meinem Spaziergang besonders auf, nicht nur optisch, sondern auch akustisch. Nahm ich doch eine wunderbare Melodie wahr, als ich vor ihr stand und sie bewunderte. Sie ist von großem Wuchs und dreigeteilte, dicke Äste bilden ihre Krone. Der Stamm, von dem diese ausgehen, hat einen ordentlichen Umfang und ich schätze sie auf gut 50 Jahre. Ein leichter Wind spielte mit ihrem Blätterkleid, das sich aus langstieligen kleinen Blättchen zusammensetzte. In diesem Herbst war ich von ihrer Farbenpracht überrascht. Beginnend mit grün bis hellgrünen Blättchen am unteren Rand ihrer Krone, setzten sich kräftigere Farben von Gelb bis Hellgelb fort und in den Spitzen der Äste ging das zarte Gelb in schönstes Roseé über. Ein prachtvoller Anblick bot sich mir, und ich blieb staunend vor ihr stehen, hatte ich sie doch in ihrem einfachen grünen Blätterkleid kaum beachtet. Nun schien sie mir wirklich ungewöhnlich beeindruckend.

Ein leichter Wind bewegte dieses bunte Blattwerk zärtlich, so dass es wie ein Zittern der Blättchen aussah und das Auffälligste dabei war die Melodie, ein Klang, den der Wind im Laub der Espe hervorrief, den ich in dieser Weise noch nie wahrgenommen hatte. Kein Rauschen oder Rascheln, eher ein Flüstern wäre die richtige Beschreibung dafür. Eine zarte gehauchte Melodie der Espe überraschte mich. Staunend hörte ich eine Weile zu, um mir die Espen-Meldodie einzuprägen und ihr zartes Blattspiel zu bewundern, das der Windhauch begünstigte.

Mein optischer, mein akustischer Sinn war angeregt. Nun kam noch die Neugierde des Tastsinns dazu, die erwachte, und ich wollte gerne die Eigenart ihres Stammes erfühlen. Ich war überrascht. Vollkommen glatt fühlte sich ihre Rinde an. Kühle spürte meine warme Hand auf seidiger Oberfläche.

Nun kenne ich die Espe ein wenig genauer und freue mich über das sinnenreiche Erlebnis dieses Herbsttages.

Dietlinde Heider



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