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Gedanken zwischen Himmel und Erde


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05/11/2003: "Heute, ein Herbsttag nach Maß"


10 Grad plus, die Tagestemperatur am Vormittag. Die Wolken schwarz, türmen sich am Himmel auf. Ein Glitzerband von weißen Wolken, das am Rand sonnenbeschienen ist, zeichnet den berühmten Silberstreifen am Horizont. Ein Regenvorhang verschleiert für Momente das bunte Herbstblättermeer und schon hat der kräftige Wind die Wolken weitergeschoben und ein winziges Dreieck von blauem Himmel wird sichtbar, das aber gleich wieder von blauschwarzen Wolken zugedeckt wird. Ein neuerlicher Windstoß wirbelt gelbes Buchenlaub um meine Ohren, und ich genieße diese zarte Berührung der Blätter. Wieder einmal raschle ich durchs Herbstlaub, das von einem Ahornbaum gefallen, gelb zu meinen Füßen liegt. Die Versuchung dies zu tun, ist riesengroß und mit kindlichem Vergnügen erliege ich ihr und raschle den Parkweg entlang. Die Birken sind schon recht schütter geworden. Durch ihre Goldblätterkronen sieht man in den dunklen Himmel und ein winziges Vogelnest kommt zum Vorschein.

Ein Zauberkreis von diesmal roten Ahornblättern zeichnet sich rund um zwei Bäume auf der Wiese ab. Mein Birnbaum ist noch röter geworden in seinem Laub und nur wenige Blätter sind abgefallen. So kann ich mich noch an seinem roten Herbstkleid erfreuen. Ordentlich durchgepustet vom Wind, frische Herbstluft in den Haaren, werfe ich noch einmal einen Blick auf die Blätterfarbenpracht im Park und hoffe, dass auch morgen noch etwas von der herbstlichen Farbenfülle an den Bäumen verweilt zu meiner Freude und dass der Wind noch ein paar Tage mit dem Laub spielt.

Zu Hause am Zaun lacht mich noch eine dunkelrote, halbgeöffnete Rose an, deren frischen Duft ich schnell einatme während mein Mund von den weichen Blütenblättern der Rose sanft gestreichelt wird. Ihr hat der leichte Bodenfrost ein paar Tage zuvor noch nichts anhaben können. Ich hole sie in mein Wohnzimmer, stelle sie in eine durchsichtige, bauchige Vase, eine französische Wasserkaraffe, die ich liebe, weil sie schöne Erinnerungen an einen Sommerurlaub am Golf von Biscaya wieder wachruft.

Bestimmt ist sie eine von den letzten Rosen in diesem Jahr und ich betrachte und bewundere sie ganz besonders, weil die Freude an ihnen für dieses Jahr bis auf ein oder zwei Blütenknospen, die noch am Strauch sind, begrenzt ist. Ihr fettes grünes Laub ist ganz gesund. Kein Mehltau hat sie befallen und auch Räupchen haben sie verschont. Es ist eine robuste Sorte, duftend, und immer wieder fleißig, langstielige Blütenknospen treibend. Ein paar Tage wird sie mich noch im Zimmer erfreuen und ich möchte sie gerne ganz bewußt in meinen Gedanken als Rosen-Erinnerung mit in den kommenden Winter nehmen als Seelennahrung und aus Dankbarkeit für alle Rosenschwestern, die mir der üppige Sommer schenkte.

Dietlinde Heider



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