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Nach dem überraschenden Tod der Mutter (VIGGA BRO)
bricht in einer dänischen Familie der Ausnahmezustand aus. Da wäre zunächst
Witwer John (JØRGEN KIIL), ein Spaßvogel und Charmeur, der sich 46 Jahre
lang von seiner Frau Ulla verwöhnen ließ und für seine Familie nie
wirklich Verantwortung übernehmen musste.
Eva (JANNIE FAURSCHOU), die älteste
Tochter und das schwarze Schaf der Familie, beschließt am Todestag der
Mutter, in die Heimatstadt Kopenhagen zurückzuziehen, um malen zu lernen
und ihre künstlerische Ader in Haiku auszuleben.
Tom (HENRIK RIP), der Sohn, ein
erfolgreicher Unternehmer, handwerklich begabt und Mamas Liebling, stürzt
sich nach deren Tod geradezu in die Arbeit und vernachlässigt Ehefrau und
Kinder.
Marianne (MARIA WÜRGLER RICH), das Nesthäkchen, das nie wirklich
flügge geworden ist und noch immer in unmittelbarer Nähe der Eltern
lebt, sehnt sich plötzlich nach Unabhängigkeit und einem Freund.
Und zu
guter Letzt gibt es da noch Søren (JESPER CHRISTENSEN), Johns Bruder und
Onkel der drei Kinder, der seinen Tischlerberuf aus Gesundheitsgründen
aufgeben musste und seinen „Lebensabend“ in aller Ruhe und
Sorglosigkeit genießt – bis seine Frau Hanne (KAREN-LISE MYNSTER) ihm
ziemlich schonungslos zeigt, dass das Leben mit 50 noch nicht vorbei ist
...
Mit Ullas Tod gerät für alle der normale Alltag vollkommen aus
den bis dahin geordnet erscheinenden Bahnen und sie müssen erkennen, dass
man sich seine Familie nicht aussuchen kann ...
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Die Regisseurin Annette K. Olsen über die Idee
zu KLEINE MISSGESCHICKE
Die Idee zu KLEINE MISSGESCHICKE entwickelte sich aus dem glücklichen
Aufeinandertreffen mehrerer Aspekte und Personen: Zum einen war dort mein
Wunsch, mit Schauspielern auf einer gleichberechtigteren Basis zu
arbeiten. Dazu kam die fantastische Vor-Arbeit des Autoren Kim Fupz
Aakeson, Produzent Ib Tardinis ungeheuerliches Vertrauen in unser
Urteilsvermögen und schließlich der grenzenlose Mut der Schauspieler, in
ihrem Berufsleben bislang unbetretene Wege zu erforschen.
Alle gemeinsam verfolgten wir das Ziel, ein Experiment und eine
Arbeitsmethode zu wagen, die der britische Regisseur Mike Leigh entwickelt
hat. Die meisten von uns hatten zuvor auf diese Art und Weise noch nie
gearbeitet, geschweige denn davon gehört. Die Methode geht weit über den
gewohnten Rahmen des Geschichtenerzählens und -darstellens, wie wir es
gelernt haben, hinaus. In der Regel sollte man immer als Erstes wissen,
was man erzählen möchte. In diesem Fall begannen wir viel früher, das
heißt, erst nachdem wir bereits ein paar Monate zusammen gearbeitet
hatten, hatten wir eine konkrete Vorstellung vom Inhalt unseres Films. Das
Einzige, was wir wussten, war, dass wir eine moderne, realistische und
bedeutungsvolle Geschichte erzählen wollten.
Für mich war es ein geradezu masochistisches Vergnügen, an einem Film zu
arbeiten, der von mir forderte, einmal nicht alles zu kontrollieren, keine
fertige Vision zu verfolgen, sondern zuzuhören, zu beobachten,
auszuwählen und danach den Schauspielern zu helfen, das Ausgewählte in
eine neue Form zu bringen und das Vertrauen in die von ihnen selbst
entwickelten Charaktere zu behalten.
Ich war schon immer fasziniert von der Realität. Normalerweise kommt man
der Wahrheit um so näher, je mehr man in ihr steckt - nicht mit dem
Versuch sie nach zu spielen. Während meiner Arbeit an KLEINE
MISSGESCHICKE habe ich gemerkt, dass wir uns der Realität in einem weit
größeren Maß annäherten, als ich es je zuvor bei meiner Arbeit an
fiktionalen Stoffen versucht hatte. Unser Kameramann Morten Søborg und
ich entschieden, dass auch die visuellen Elemente diese Stimmung
vermitteln sollten. Ich wollte Charaktere und Story in der reinsten und
natürlichsten Form wiedergeben, die möglich war.
Für mich war es eine einzigartige Befriedigung, diesen Film zu drehen und
ich hoffe, dass unsere Freude und Zufriedenheit auf der Leinwand sichtbar
wird. Das ist selbstverständlich von lebensnotwendiger Bedeutung für die
Wirkung des Films auf das Publikum.
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