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Haiku im Film

Diese Rubrik widmet sich der Vorstellung von Filmen, die sich mit der Haiku-Lyrik befassen.

Den Anfang macht der Film "Kleine Missgeschicke" der im Wettbewerb der Berlinale 2002 lief und mit dem AGICOA Preis Der Blaue Engel als Bester Europäischer Film ausgezeichnet wurde.

Die größten Leidenschaften der ältesten Tochter in der Familie sind die Malerei und Haiku. Diese beiden Künste werden durch die schicksalhaften Ereignisse zum Dreh- und Angelpunkt Ihres Alltags, um die schwierige Situation zu meistern. Der Film versucht dabei die Gratwanderung zwischen komischen und ernsten Momenten. In seiner sehr minimalistischen, aber auch nachdenklich stimmenden Umsetzung erinnert der Film, in dem Haiku immer wieder wie ein roter Faden aufgegriffen wird, selbst an ein Kurzgedicht.

Zum Kinostart (26.9.2002) richtet die Senator Entertainment AG einen Haiku-Wettbewerb für alle Freunde des Haiku aus.


 
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Film Homepage

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Bilder

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Haiku Wettbewerb

 

Kleine Missgeschicke

Nach dem überraschenden Tod der Mutter (VIGGA BRO) bricht in einer dänischen Familie der Ausnahmezustand aus. Da wäre zunächst Witwer John (JØRGEN KIIL), ein Spaßvogel und Charmeur, der sich 46 Jahre lang von seiner Frau Ulla verwöhnen ließ und für seine Familie nie wirklich Verantwortung übernehmen musste. 

Eva (JANNIE FAURSCHOU), die älteste Tochter und das schwarze Schaf der Familie, beschließt am Todestag der Mutter, in die Heimatstadt Kopenhagen zurückzuziehen, um malen zu lernen und ihre künstlerische Ader in Haiku auszuleben.

Tom (HENRIK RIP), der Sohn, ein erfolgreicher Unternehmer, handwerklich begabt und Mamas Liebling, stürzt sich nach deren Tod geradezu in die Arbeit und vernachlässigt Ehefrau und Kinder. 

Marianne (MARIA WÜRGLER RICH), das Nesthäkchen, das nie wirklich flügge geworden ist und noch immer in unmittelbarer Nähe der Eltern lebt, sehnt sich plötzlich nach Unabhängigkeit und einem Freund.

Und zu guter Letzt gibt es da noch Søren (JESPER CHRISTENSEN), Johns Bruder und Onkel der drei Kinder, der seinen Tischlerberuf aus Gesundheitsgründen aufgeben musste und seinen „Lebensabend“ in aller Ruhe und Sorglosigkeit genießt – bis seine Frau Hanne (KAREN-LISE MYNSTER) ihm ziemlich schonungslos zeigt, dass das Leben mit 50 noch nicht vorbei ist ... 

Mit Ullas Tod gerät für alle der normale Alltag vollkommen aus den bis dahin geordnet erscheinenden Bahnen und sie müssen erkennen, dass man sich seine Familie nicht aussuchen kann ...

 

Die Regisseurin Annette K. Olsen
über die Idee zu
KLEINE MISSGESCHICKE

Die Idee zu KLEINE MISSGESCHICKE entwickelte sich aus dem glücklichen Aufeinandertreffen mehrerer Aspekte und Personen: Zum einen war dort mein Wunsch, mit Schauspielern auf einer gleichberechtigteren Basis zu arbeiten. Dazu kam die fantastische Vor-Arbeit des Autoren Kim Fupz Aakeson, Produzent Ib Tardinis ungeheuerliches Vertrauen in unser Urteilsvermögen und schließlich der grenzenlose Mut der Schauspieler, in ihrem Berufsleben bislang unbetretene Wege zu erforschen.


Alle gemeinsam verfolgten wir das Ziel, ein Experiment und eine Arbeitsmethode zu wagen, die der britische Regisseur Mike Leigh entwickelt hat. Die meisten von uns hatten zuvor auf diese Art und Weise noch nie gearbeitet, geschweige denn davon gehört. Die Methode geht weit über den gewohnten Rahmen des Geschichtenerzählens und -darstellens, wie wir es gelernt haben, hinaus. In der Regel sollte man immer als Erstes wissen, was man erzählen möchte. In diesem Fall begannen wir viel früher, das heißt, erst nachdem wir bereits ein paar Monate zusammen gearbeitet hatten, hatten wir eine konkrete Vorstellung vom Inhalt unseres Films. Das Einzige, was wir wussten, war, dass wir eine moderne, realistische und bedeutungsvolle Geschichte erzählen wollten.

Für mich war es ein geradezu masochistisches Vergnügen, an einem Film zu arbeiten, der von mir forderte, einmal nicht alles zu kontrollieren, keine fertige Vision zu verfolgen, sondern zuzuhören, zu beobachten, auszuwählen und danach den Schauspielern zu helfen, das Ausgewählte in eine neue Form zu bringen und das Vertrauen in die von ihnen selbst entwickelten Charaktere zu behalten.

Ich war schon immer fasziniert von der Realität. Normalerweise kommt man der Wahrheit um so näher, je mehr man in ihr steckt - nicht mit dem Versuch sie nach zu spielen. Während meiner Arbeit an KLEINE MISSGESCHICKE habe ich gemerkt, dass wir uns der Realität in einem weit größeren Maß annäherten, als ich es je zuvor bei meiner Arbeit an fiktionalen Stoffen versucht hatte. Unser Kameramann Morten Søborg und ich entschieden, dass auch die visuellen Elemente diese Stimmung vermitteln sollten. Ich wollte Charaktere und Story in der reinsten und natürlichsten Form wiedergeben, die möglich war.
Für mich war es eine einzigartige Befriedigung, diesen Film zu drehen und ich hoffe, dass unsere Freude und Zufriedenheit auf der Leinwand sichtbar wird. Das ist selbstverständlich von lebensnotwendiger Bedeutung für die Wirkung des Films auf das Publikum.